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NOTFALL!

Rocky und Tiffany

Rocky und Tiffany suchen DRINGEND für ein Jahr eine Pflegestelle…. ihnen bleibt nur noch ein knapper Monat, bevor sie eine Betreuungsmöglichkeit gefunden haben müssen!

WICHTIG!  Bitte überlegen Sie vorher sehr genau, ob Sie sich zu 100 % sicher sind, die beiden Bulldoggen für ca. ein Jahr verlässlich betreuen zu können. Und fragen Sie sich, ob Sie es schaffen, sich nach dieser Zeit wieder von ihnen zu trennen!

​​​Rocky

Englische Bulldogge, Rüde, geimpft und gechipt, braucht Diätfutter, 45 cm groß, 24,5 kg schwer, 5 Jahre alt.
Standort: noch bei seiner Halterin in PLZ-Bereich 691xx

Tiffany

Englische Bulldogge, Hündin, geimpft und gechipt, taub, 40 cm groß, 17,5 kg schwer, 4 Jahre alt.
Standort: noch bei der Halterin im PLZ-Bereich 691xx

​​Rocky und Tiffany ​suchen möglichst zeitnah eine Familie auf Zeit!

Ihr Frauchen möchte ihre beiden Lieblinge unbedingt nach dieser leider notwendigen Trennung wieder zurück nehmen. Die beiden bleiben also im Eigentum der Dame, die selbstverständlich die gesamten Kosten (Futter-, Steuer-, Versicherung- und Tierarzt) tragen wird. Dies wird natürlich auch vertraglich festgehalten.

​Die beiden Knutschnasen lieben alle Menschen, auch Kinder, und kuscheln für ihr Leben gerne. 🙂 Da Tiffany taub ist, sollten Kinder allerdings schon in einem Alter sein, in dem man ihnen erklären kann, wie man sich einem Hund nähert.

Tiffany hat mit ihrem Handicap keine Probleme und orientiert sich perfekt an Rocky! So kann man (nach entsprechender Eingewöhnungszeit und entstandener Bindung) beide frei laufen lassen, da der Rüde sehr gut im Gehorsam steht und ihm sein Mädel sofort folgt. 🙂

Rocky benötigt Spezialfutter, ist damit aber beschwerdefrei.

​Beide Hunde sind es gewohnt, mehrere Stunden alleine zu bleiben. Autofahren verschlafen sie am liebsten in einer Box.

​Auf Gassigängen vertragen sich die beiden Süßen mit den meisten Hunden. Tiffany ist aber schon mal schon etwas kritischer…. und Rocky beschützt sein Mädchen natürlich, wenn es hart auf hart kommt. 😉

​Andere Tiere sollten nicht im Haushalt leben!

​Die Pflegestelle sollte mit der Rasse vertraut sein. Etagenwohnungen gehen nur, wenn ein Lift vorhanden ist! Selbstverständlich wird eine Vor-und Nachkontrolle durchgeführt.

Erstkontakt:

Bulldogssearchhome
-Dorty Chiofalo-

Tel: (02353) 668 48 98
mobil: (0173) 219 73 66  – täglich bis 21 Uhr, SMS und WhatsApp werden nicht beantwortet!

email: info(at)bulldogssearchhome.de
Hier können wir Ihnen unseren Interessenten-Fragebogen zusenden!

Hinweis:

Der hier vorgestellten Hunde sind uns nicht persönlich bekannt. Alle Informationen über Charakter, Gesundheit etc. stammen von den Vermittlern. Für die Richtigkeit dieser Angaben übernehmen wir daher keinerlei Verantwortung. Weiterhin möchten wir darauf hinweisen, dass wir grundsätzlich keinen Einfluss auf das Vermittlungsprocedere haben. Wir bieten durch Veröffentlichung des Gesuchs auf unserer Seite lediglich ein Portal, um den Hund großflächiger bekannt zu machen.

 

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SPENDENAUFRUF

Gérard

Rottweiler Gerard 01

Rottweiler, Rüde, 14 Jahre alt.
Standort: Dauerpflegestelle des TSV Joshi2

Rottweiler Gerard 02

Wir fanden diesen alten Rottweiler in einer südfranzösischen Tötungsstation. Im November ist er 14 Jahre alt geworden und seinem Besitzer war dies eindeutig zu alt… er wurde angerufen und angeschrieben, aber es gibt keine Reaktion, obwohl er wusste, dass sein Hund, der ihn sein ganzes Leben lang begleitet hatte, nach 2 Wochen in einem kalten zugigen Zwinger eingeschläfert werden würde, sollte ihn zwischenzeitlich niemand übernehmen.

Wir haben den Rotti Gérard genannt: nach seinem verantwortungslosen Besitzer (vielleicht sieht er diesen Text und weiss dann, dass wir seinen Namen kennen).  😕

Rottweiler Gerard 03

Gérard ist es egal, wie man ihn nennt. Er hört es nicht oder nur ganz leise. Man sieht dem freundlichen Oldie an, dass er schon seit langer Zeit hätte tierärztlich behandelt werden müssen. Die Augen sind entzündet, vermutlich muss er gegen ein Glaukom behandelt werden (aber er hat keine Seh-Beeinträchtigung), er leidet an Arthrose, hat hinten kaum Muskeln, hat große Probleme mit der Prostata und hat dadurch Schwierigkeiten mit dem Pipimachen und mit den großen Geschäften. Man hätte ihn schon längst kastrieren lassen müssen, denn damit wäre zumindest dieses Problem ganz schnell behoben gewesen.

Rottweiler Gerard 04

Für die Zeit, die ihm noch bleibt, haben wir glücklicherweise liebevolle Menschen gefunden, die Gérard aufgenommen haben und wo er sich bereits sehr wohl fühlt.

Wir suchen nun aber noch Paten, weil wir für die gesamten Tierarztkosten und Medikamente aufkommen…und uns über jede noch so kleine Unterstützung freuen würden!

Bitte überweisen Sie Ihre Spende oder Patenschaft an:

Joshi die 2. Chance Tierschutzverein e.V.
Deutsche Bank Lübeck
BIC: DEUT DE DB 237
IBAN: DE 29 230 707 000 9008848 00

Bitte senden Sie uns auch eine email an info@joshi2.de
und geben uns folgende Informationen:

* Spende oder Patenschaft
* Betrag
* Name des Hundes
* dürfen wir Ihren Namen auf unserer Internetseite nennen?

Sie erhalten eine Spendenbescheinigung.

Joshi die 2. Chance ist wegen Förderung des Tierschutzes durch Bescheinigung des Finanzamtes Lübeck
Steuer-Nummer 22 290 8359 2 vom 14.01.2013 als steuerbegünstigten Zwecken dienend anerkannt.

Hierfür benötigen wir Ihren Namen und Ihre vollständige Anschrift mit Telefonnummer.

 

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Stellungnahme zu den Methoden von Cesar Millan

 

Der Fachkreis Gewaltfreies Hundetraining ist ein Zusammenschluss von TrainerInnen und ambitionierten HundehalterInnen, die mit Hunden leben und arbeiten und sich dem gewaltfreien Umgang und Training mit ihnen verpflichtet haben. Die TrainerInnen erleben bei ihrer täglichen Arbeit leider verstärkt, in welch erschreckendem Ausmaß brutale Trainingsmethoden wieder Fuß fassen, von denen wir alle gedacht – und gehofft! – hatten, sie wären ad acta gelegt, nachdem die vielfältigen Schädigungen, die sie an Leib und Seele der Hunde verursachen, längst unter Beweis gestellt wurden. Was von Cesar Milan und seinen Anhängern verbreitet wird, sucht an fachlicher Inkompetenz und mangelndem Mitgefühl mit dem Hund seinesgleichen und lässt jeden Menschen, der sich die Fähigkeit bewahrt hat, sich in ein anderes fühlendes und denkendes Wesen hinein zu versetzen, vor Schreck und Ekel erschauern.

Man fragt sich, wie es sein kann, dass nicht unbeträchtlich viele Hundehalter vor dem Fernseher sitzen und sich das Geschwafel über „die richtige Energie“ anhören und sich dabei begeistert Filme ansehen, die verstörte und verängstigte Hunde zeigen, die körperlich bedrängt oder sogar misshandelt werden. Begleitet wird dies alles von veralteten Dominanztheorien, die diese Tierquälerei rechtfertigen sollen. Ein Grund ist sicher, dass die breite Masse der Fernsehkonsumenten insgesamt weniger kritisch geworden ist und als Expertenrat schluckt, welch Schwachsinn immer ihnen vorgesetzt wird. Das ist nicht nur im Bereich des Hundetrainings so, sondern auch bei Sendungen über ganz andere Themenbereiche wie Kindererziehung, Styling, Wohnungssuche usw.

Ein weiterer Grund ist sicher darin zu finden, dass wir in einer zunehmend hundefeindlich eingestellten Gesellschaft leben, die durch teilweise völlig unsinnige Gesetze Hunde und ihre Menschen enorm unter Druck setzt. Der Hund soll bloß nicht unangenehm auffallen, am besten überhaupt nicht auffallen, denn sonst drohen Leinenzwang, Maulkorbpflicht oder sogar die Wegnahme des Tieres. Da scheint letztendlich jedes Mittel recht, um das Ziel des unauffälligen Hundes, der niemanden stört, zu erreichen. Hauptsache, der Hund ist still, immer gehorsam und bietet keinen Grund, beim täglichen Gassigang, der sowieso oft einem Spießrutenlauf gleicht, von Nicht-Hundehaltern angemacht zu werden. Und schließlich kann doch nicht so falsch sein, was im Fernsehen öffentlich gezeigt wird, oder?! Leider eben doch. Die Landesmedienanstalt antwortete auf die vielen Beschwerden, die nach den ersten Cesar Millan Sendungen von Fachleuten und Hundehaltern bei ihnen eintrafen, dass es sich „…um ein inszeniertes/ bearbeitetes Format handelt, was die Glaubwürdigkeit und nicht zuletzt die Effizienz der dargestellten Erziehungsmethoden in Frage stellen muss. Die erzielten Erfolge werden mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht so schnell zu verzeichnen sein, wie es die Sendung zu vermitteln vorgibt. Dies zu erkennen dürfte dem Zuschauer allerdings nicht schwer fallen.“ Ach so?!

Last not least ist ein Teil der Schuld also tatsächlich bei den Sendern und Tourneeveranstaltern zu sehen, die ihrer redaktionellen Verantwortung nicht (ausreichend) nachkommen und das über den Bildschirm flimmern lassen, was Einschaltquoten und „action“ bringt. Dabei vorauszusetzen, dass der Zuschauer schon selbst erkennt, was für eine verzerrte Sicht der Realität ihm da vorgesetzt wird, ist unserer Meinung nach grob fahrlässig. Wenn die Landesmedienanstalt glaubt, dass dem Zuschauer eh` klar sei, dass er da eine Art „Märchenstunde“ über Hundeerziehung anschaut, sollte sie auch kein Problem damit haben, dies zu Beginn der Sendung einzublenden, wie es zum Beispiel bei den zahlreichen „Reality TV“-Sendungen im Nachmittags- und Nachtprogramm zu sehen ist, bei denen darauf hingewiesen wird, dass es sich um frei erfundene Handlungen handelt, die mit Schauspielern nachgestellt wurden. Auf dem eingeblendeten Banner zu Millans Sendung könnte zum Beispiel stehen: „Bitte nicht nachmachen! Die gezeigten Erziehungsmethoden verängstigen ihren Hund und fügen ihm erhebliche körperliche Schmerzen zu. In Folge dessen werden Verhaltensstörungen wahrscheinlich!“ Die Frage ist, wie viele begeisterte Fans es dann noch von dieser Sendung geben würde.

Interessant ist, dass die Zuschauer ganz anders als begeistert reagieren, wenn wir ihnen Filmsequenzen ohne Ton, also ohne die beschönigenden OFF-Sprecher-Kommentare, vorspielen. Selbst zuvor begeisterte Anhänger von Cesar Millan werden da wach und stellen verstört und beschämt fest, dass sie das vorher gar nicht so richtig gesehen haben, was da mit den Hunden gemacht wird. Stromschläge, Fußtritte, Schläge, starke Verängstigung und Einschüchterung – all das kann man sich ungeniert und ungeschönt im Fernsehen und Internet ansehen. Und somit auch den unwiderlegbaren Beweis für die fachliche Inkompetenz von Herrn Millan, der von Hunden wirklich gar nichts versteht. In der Filmsequenz „Showdown mit Holly“ bedrängt er eine Hündin so lange derart massiv, bis dieser nach unendlichen Beschwichtigungs- und Drohsignalen, die alle unbeachtet blieben, aus ihrer Sicht gar nichts anderes mehr übrig blieb, als nach vorne zu gehen und Herrn Millan kräftig zu beißen, um sich zu verteidigen. Sein Kommentar „I didn`t see that coming.“ ist unfassbar! Wie kann man sich selbst als derart inkompetent outen?! Spätestens diese Sequenz – und die vielen weiteren, in denen Herr Millan gebissen wurde – sollten jeden Hundehalter skeptisch werden lassen.

Es wäre den Haltern und vor allem den Hunden zu wünschen, dass sich die Macher solcher Sendungen eines Besseren besinnen, dass sie besser recherchieren, die Protagonisten kritischer aussuchen, der redaktionellen Verantwortung besser nachkommen und dadurch fachlich versierte Informationen rüber bringen, die Hund und Halter auf einen guten gemeinsamen Weg bringen.

Clarissa v. Reinhardt und Ute Rott
www.gewaltfreies-Hundetraining.de

 

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Rote Karte für Rumänien!

13. September 2013

rote_Karte

 

Das rumänische Parlament hat am Dienstag, dem 10.09.2013, der Tötung aller rumänischen Straßenhunde zugestimmt. Die bedeutet, dass nun alle Straßenhunde erbarmungslos gejagt und getötet werden können.

266 Parlamentarier sprachen sich damit für die landesweite Tötung herrenloser Hunde aus, 23 stimmten gegen das zu verabschiedende Gesetz, 20 Politiker enthielten sich.

Das Gesetz sieht vor, die von Hundefängern in die Hundelager gebrachten Tiere nach einer Frist von 14 Tagen zu töten, wenn sich kein Adoptionswilliger (oder Besitzer) meldet. Gleichfalls können die Bürgermeister in ihren Ortschaften und Gemeinden die Tötung aller herrenlosen Tiere verfügen, wenn ihnen die Mittel zum Unterhalt eines Tierheims oder der (tiermedizinischen) Versorgung der Hunde fehlen.

Es gibt in Rumänien fast keine Interessenten für Mischlingshunde.

Nur die Europäische Union kann dem noch Einhalt gebieten, da dieses neu beschlossene Gesetz, das die Massentötung aller herrenlosen Tiere legalisiert, gegen EU-Tierschutzrichtlinien und im übrigen auch gegen das eigene rumänische Tierschutzgesetz verstößt.

Was den herrenlosen Hunden derzeit in Rumänien passiert, ist kaum in Worte zu fassen: sie werden erhängt, erschlagen, bei lebendigen Leibe verbrannt, zu Tode gehetzt, ihnen werden die Köpfe abgeschnitten, es ist einfach grausam.

(Text mit freundlicher Genehmigung der Pfotenfreunde Rumänien übernommen)

Achtung: das folgende Video enthält Bildmaterial, das nicht für Kinder oder sensiblere Gemüter geeignet ist!

Einige Tierschutzvereine engagieren sich schon seit Jahren in Rumänien und versuchen nun – angesichts der zunehmenden Gewalt gegenüber den Straßenhunden und selbst Familienhunden sowie dem Druck auf Tierheime & Co. – verzweifelt, die bedrohten Tiere außer Landes zu bringen und in geeignete End- und Pflegestellen zu geben.

Unterstützen Sie bitte nicht nur die „Pfotenfreunde Rumänien„, sondern auch die Orga „Helping Animals Romania“ !

 

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An

Den Bundesminister des Innern Dr. Hans-Peter Friedrich, MdB Alt-Moabit 101D
10559 Berlin

Die Bundesjustizministerin
Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, MdB Mohernstraße 35
10117 Berlin

Den bayrischen Staatsminister des Innern Joachim Herrmann
Odeonsplatz 3
80539 München

Den Innenminister des Landes Baden-Württemberg Reinhold Gall
Dorotheenstraße 6
70173 Stuttgart

Den Innenminister des Landes Brandenburg Dr. Dietmar Woidke Henning-von-Treschkow-Str. 9-13
14467 Potsdam

Den Senator für Inneres und Sport des Landes Berlin Frank Henkel
Klosterstraße 47
10179 Berlin

Den Senator für Inneres und Sport der Hansestadt Bremen Ulrich Mäurer
Contrescarpe 22/24
28203 Bremen

Den Senator für Inneres und Sport der Freien und Hansestadt Hamburg Michael Neumann
Johanniswall 4
20095 Hamburg

Den Minister des Innern und für Sport des Landes Hessen Boris Rhein
Friedrich-Ebert-Allee 12
65185 Wiesbaden

Den Minister für Inneres und Sport des Landes Mecklenburg-Vorpommern Lorenz Caffier
Schloßstraße 2-4
19053 Schwerin

Den Innenminister des Landes Niedersachsen Boris Pistorius
Lavesallee 6
30169 Hannover

Den Minister für Inneres und Kommunales des Landes Nordrhein-Westfalen Ralf Jäger
Haroldstraße 5
40213 Düsseldorf

Den Minister des Innern, für Sport und Infrastruktur des Landes Rheinland-Pfalz Roger Lewentz
Schillerplatz 3-5
55116 Mainz

Die Ministerin für Inneres und Sport des Saarlandes Monika Bachmann
Franz-Josef-Röder-Straße 21
66119 Saarbrücken

Den Staatsminister des Innern des Freistaates Sachsen Markus Ulbig
Wilhelm-Buck-Str. 2-4
01097 Dresden

Den Minister für Inneres und Sport des Landes Sachsen-Anhalt Holger Stahlknecht
Halberstädter Straße 2
39112 Magdeburg

Den Innenminister des Landes Schleswig-Holstein Andreas Breitner
Düsternbrooker Weg 92
24105 Kiel

Den Innenminister des Freistaates Thüringen Jörg Geibert
Steigerstraße 24
99104 Erfurt

Offener Brief zur Situation der sicherheitsrechtlichen Behandlung bestimmter Hunderassen aufgrund der Regelungen der Bundesländer und des Bundesgesetzes zur Beschränkung des Verbringens oder der Einfuhr gefährlicher Hunde in das Inland

Sehr geehrte Frau Bundesministerin,
sehr geehrter Herr Bundesminister,
sehr geehrte Frau Ministerin und Herren Minister,

seit nunmehr über 20 Jahren gibt es auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland länderspezifische Regelungen zum Umgang mit sogenannten „gefährlichen Hunden“, die seit dem 12.04.2001, also auf den Tag genau seit 12 Jahren, durch das HundVerbrEinfG auf Bundesebene ergänzt werden. Diese Gesetze und Verordnungen knüpfen fast ausnahmslos hauptsächlich am Punkt der genetisch begründeten Gefährlichkeit bestimmter Rassen und Gruppen von Hunden an.

In diesem Brief möchte ich auf die Auswirkungen dieser Regelungen auf Hunde und Halter, die Hundezucht, die öffentliche Sicherheit und Meinung der Bevölkerung, insbesondere aber auch auf die – wenn auch nicht gewollten, so doch verursachten – Repressalien der Halter von Hunden bestimmter Rassen aufmerksam machen. Ich möchte darüber informieren, dass und warum die Gesamtheit dieser Regelungen vor dem Hintergrund von Vernunft und Gerechtigkeit, aber auch aufgrund der Verfehlung des beabsichtigten Ziels, für einen Rechtsstaat wie die Bundesrepublik Deutschland nicht hinnehmbar ist.

Ich werde im Folgenden kurz die Regelungen der Länder und des Bundes zusammenfassen sowie einen kurzen Ausblick auf einige europäische Nachbarländer geben. Anschließend möchte ich anhand einiger Beispiele die Auswirkungen auf Hundehalter erläutern, wobei ich auch einen kleinen Auszug aus Gerichtsentscheidungen und Verwaltungspraktiken vorlegen möchte. Abschließend werde ich noch kurz darlegen, warum die gewählten rassebezogenen Regelungen nicht geeignet sind, die Sicherheit der Bevölkerung tatsächlich zu verbessern.

Siegertsbrunn, 12.04.2013

Lassen Sie mich aber mit einem persönlichen Beispiel beginnen:
Bis zum 30.6.2011 war ich im Dienstverhältnis eines Offiziers des Truppendienstes in der Bundeswehr tätig – mit dem entsprechend notwendigen Zugang zu Waffen, Munition und als Verschlusssache eingestuften Informationen. Die zuständigen Bundesbehörden hielten diese Tatsache nicht für eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit, sondern vielmehr für notwendig und geeignet, „der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen“. Im Sommer 2010 entschied ich mich dazu, einen Hund aus dem Münchner Tierheim zu übernehmen, der aufgrund seiner Rasse in Bayern zu den „im Einzelfall widerleglich gefährlichen Hunden“ zählt. Das führte nun dazu, dass die zuständige Behörde – eine kleinere oberbayrische Gemeinde – in mir ein Risiko für die öffentliche Sicherheit sah, da ich einen 20 Kilo schweren Hund hielt. Nachdem ich der mit diesem Thema überforderten Gemeinde die Vorgehensweise erklärt hatte, bekam ich nach fast einem halben Jahr Wartezeit die Bestätigung, dass mein Hund nicht gefährlich ist – verbunden mit einer Reihe von Auflagen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich mehr als 400 Euro allein dafür investieren müssen, die Haltung rechtlich zu ermöglichen. Aufgrund der Abschaffung des Widerspruchsverfahrens im bayrischen Sicherheitsrecht musste ich bis dato weitere 3000 Euro Gerichts- und Anwaltskosten aufbringen, um die Chance zu erhalten, meinen mehrfach geprüften Hund zumindest annähernd so ausführen zu dürfen, wie einen größeren, nicht geprüften Hund einer „normalen“ Rasse. Aktuell habe ich also 3400 Euro zur Erlangung von Rechten ausgegeben, deren Antasten bei einem größeren, schwereren, nicht wesensüberprüften Hund einer anderen Rasse gar nicht zur Debatte steht.
Zwischenzeitlich ist meine Lebensgefährtin mit ihren 2 Hunden – einem Chihuahua und einem Miniatur-Bullterrier, beides in Bayern nicht gelistete Rassen – in meinen Haushalt gezogen. Seitdem wurden wir beim Spaziergang von Passanten beschimpft, mit Pfefferspray und Skistöcken angegriffen, von der Polizei unter Androhung des Schusswaffengebrauchs kontrolliert, bei der steuerlichen Anmeldung aufgefordert, uns doch eine andere Rasse zuzulegen, von Nachbarn verleumdet – und das ist wohlgemerkt kein Einzelfall, sondern der normale Alltag von Menschen, die sich bestimmte Hunde halten, sie auf ihr Wesen kontrollieren lassen, sie verantwortungsbewusst führen und trainieren und ihre gesetzlichen Pflichten zur Haltung erfüllen.
All diese Erfahrungen, verbunden mit den Erlebnissen befreundeter Hundehalter, haben mich zum Verfassen dieses Schreibens bewogen. Ich möchte keinesfalls nur mein Schicksal klagen, ich möchte auch mit keinem Wort die Tragik einzelner Vorfälle – sowohl mit gelisteten, als auch mit nicht gelisteten Rassen – verharmlosen. Vielmehr möchte ich Ihnen aufzeigen, warum der eingeschlagene Weg nicht zielführend ist und welche Folgen er jenseits der beabsichtigten Konsequenzen für einzelne Menschen und Tiere hat.

Doch lassen Sie mich nun – wie angekündigt – mit einem Überblick über die rechtlichen Regelungen des Bundes und der einzelnen Länder beginnen. Diese Aufstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sie soll nur zum besseren Verständnis stichpunktartig die Kernpunkte zusammenfassen.

Bundesrepublik Deutschland:

Durch das HundVerbrEinfG vom 12.04.2001 wurde der Import von Hunden der Rassen American Staffordshire Terrier, Pitbull Terrier, Staffordshire Bullterrier und Bullterrier sowie deren Kreuzungen untersagt. Ein vorübergehender Aufenthalt in Deutschland sowie die Wiedereinfuhr eines vorher in Deutschland gemeldeten Tieres sind möglich.

Baden-Württemberg:

Hunde der Rassen Pitbull Terrier, American Staffordshire Terrier und Bullterrier gelten als Kampfhunde, solange nicht im Einzelfall durch eine Überprüfung das Gegenteil bewiesen wird. Hunde von 9 weiteren Rassen gelten als Kampfhunde, wenn Anhaltspunkte für eine gesteigerte Aggressivität und Gefährlichkeit vorliegen. Bei allen anderen Rassen müssen Hunde konkret auffällig geworden sein (Biss, Anspringen, Hetzen von Wild), um als Kampfhunde zu gelten. Die Haltung von Kampfhunden ist erlaubnispflichtig, Grundlage für die Erlaubnis ist u.a. das Vorliegen eines – nicht normierten – „berechtigten Interesses“.

Freistaat Bayern:

Hunde der Rassen Pitbull Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier, Tosa Inu und „Bandog“ gelten als unwiderleglich gefährlich, Hunde von 14 weiteren Rassen gelten als gefährlich, solange nicht durch Wesenstest das Gegenteil bewiesen wurde. Die Haltung eines gefährlichen Hundes ist erlaubnispflichtig, Voraussetzung ist u.a. das Vorliegen eines – nicht normierten – „berechtigten Interesses“. Art. 18 LStVG räumt den Behörden weitreichende Kompetenzen zur Reglementierung der Haltung ein.

Berlin:

In Berlin gelten Hunde der Rassen Pit-Bull, American Staffordshire Terrier, Bullterrier sowie 7 weiterer Rassen als gefährlich, für sie gilt eine generelle Leinen- und Maulkorbpflicht. Aktuell berät der Berliner Senat über eine Novellierung des Hundegesetzes, wobei die Vorschläge von einer drastischen Erweiterung der Rasseliste bis hin zur Abschaffung einer vorwiegend rassebezogenen Gefährlichkeitsdefinition gehen. Die Berliner Bürger werden dabei mittels des sogenannten „Bello-Dialogs“ aktiv in den Entscheidungsprozess eingebunden.

Brandenburg:

In Brandenburg gelten Hunde der Rassen American Pitbull Terrier, American Staffordshire Terrier, Bullterrier, Staffordshire Bullterrier und Tosa Inu als unwiderlegbar gefährlich, für 13 weitere Rassen kann im Einzelfall durch Vorlage eines Wesenstests die Gefährlichkeit widerlegt werden. Die Haltung eines gefährlichen Hundes ist erlaubnispflichtig, die Erteilung der Erlaubnis ist u.a. von Sachkunde, Zuverlässigkeit und dem Vorliegen eines – nicht normierten – berechtigten Interesses abhängig.

Hansestadt Bremen:

Hunde der Rassen Pit-Bull-Terrier, American Staffordshire Terrier, Bullterrier und Staffordshire Bullterrier gelten als unwiderlegbar gefährlich. Die Haltung eines gefährlichen Hundes ist verboten, Ausnahmen gelten nur für Hunde aus Bremer Tierheimen sowie Fundtiere o.ä.

Freie und Hansestadt Hamburg:

Hunde der Rassen American Pit Bull Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier und Bullterrier gelten als unwiderlegbar gefährlich, für 11 weitere Rassen kann im Einzelfall durch Vorlage eines Wesenstests die Gefährlichkeit widerlegt werden. Die Haltung eines gefährlichen Hundes ist erlaubnispflichtig, die Erteilung der Erlaubnis ist u.a. vom Nachweis des Besuchs einer Hundeschule, dem Nachweis der Zuverlässigkeit, der Vorlage eines Gesundheitszeugnisses zur Bestätigung der geistigen und körperlichen Eignung, der operativen Kastration des Tieres, des Vorliegens eines – nicht normierten – berechtigten Interesses, der regelmäßigen Teilnahme an Schulungen und der Nennung mindestens einer weiteren geeigneten Person abhängig.

Hessen:

In Hessen gelten Hunde der Rassen American Pitbull Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier, Bullterrier sowie 5 weiterer Rassen als gefährlich. Die Haltung dieser Tiere ist erlaubnispflichtig, wobei die Erlaubnis u.a. an das Vorliegen einer Sachkundeprüfung, eines sauberen Führungszeugnisses und eines Wesenstests gebunden ist. Die Erlaubnis ist auf maximal 4 Jahre befristet, gefährliche Hunde dürfen ausschließlich einzeln geführt werden.

Mecklenburg-Vorpommern:

Hunde der Rassen American Pitbull Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier und Bullterrier sowie deren Kreuzungen gelten als gefährlich, die Haltung bedarf einer Erlaubnis. Voraussetzung für die Erteilung der Erlaubnis sind u.a. der Nachweis von Sachkunde, Zuverlässigkeit, körperlicher Eignung und des Abschlusses einer Haftpflichtversicherung. Die Hunde unterliegen Leinen- und Maulkorbzwang, es dürfen nicht mehrere gefährliche Hunde gleichzeitig geführt werden.

Niedersachsen:

Das Land Niedersachsen hat mit der Novellierung des NHundG eine rassebezogene Gefährlichkeitsvermutung abgeschafft. Für die Haltung jedes Hundes gilt die Pflicht des Nachweises der Sachkunde, der Kennzeichnung und des Abschlusses einer Haftpflichtversicherung. Gefährliche Hunde sind rasseunabhängig alle Hunde, für die im Einzelfall der Verdacht einer Gefahr für die öffentliche Sicherheit besteht. Die Haltung eines gefährlichen Hundes ist erlaubnispflichtig, Voraussetzung sind Zuverlässigkeit, persönliche Eignung, Wesenstest und Sachkunde.

Nordrhein-Westfalen:

Hunde der Rassen Pitbull Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier

und Bullterrier gelten als gefährliche Hunde, 10 weitere Rassen unterliegen als „Hunde bestimmter Rassen“ leicht abgeschwächten Auflagen. Alle 14 Rassen unterliegen der Erlaubnispflicht, die Erteilung der Erlaubnis ist an den Nachweis der Sachkunde und einer Haftpflichtversicherung gebunden. Für gefährliche Hunde muss außerdem ein besonderes Interesse nachgewiesen werden, wobei Tierschutz als solches gilt. Für gefährliche Hunde und Hunde bestimmter Rassen gelten bis zum Nachweis einer abgelegten Verhaltensprüfung genereller Leinen- und Maulkorbzwang, es darf max. 1 gefährlicher Hund durch eine Person geführt werden.

Für die Haltung von großen Hunden (über 40 cm Schulterhöhe oder über 20kg Gewicht) ist die erforderliche Sachkunde und Zuverlässigkeit sowie eine Haftpflichtversicherung nachzuweisen.

Rheinland-Pfalz:

Im Landeshundegesetz sind Hunde der Rassen American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier und des Typs Pitbull Terrier als unwiderlegbar gefährlich genannt. Die Haltung dieser Hunde ist erlaubnispflichtig, die Erlaubnis ist u.a. an das Bestehen einer Sachkundeprüfung, ein sauberes polizeiliches Führungszeugnis und das Bestehen eines berechtigten Interesses gebunden, wobei Tierschutz als solches gilt. Gefährliche Hunde sind unfruchtbar zu machen.

Saarland:

Hunde der Rassen American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier und American Pitbull Terrier gelten als gefährlich, solange nicht durch Wesenstest die Ungefährlichkeit nachgewiesen wurde. Die Haltung eines gefährlichen Hundes ist erlaubnispflichtig, Voraussetzung für die Erteilung einer Erlaubnis sind u.a. das Bestehen einer Sachkundeprüfung, ein sauberes polizeiliches Führungszeugnis und der Abschluss einer Haftpflichtversicherung.

Freistaat Sachsen:

Gefährlich im Sinne des GefHundG gelten Hunde der Rassen American Staffordshire Terrier, Bullterrier und Pitbull Terrier sowie deren Kreuzungen, solange nicht im Einzelfall durch Vorlage eines Wesenstests das Gegenteil bewiesen wird. Die Haltung eines gefährlichen Hundes ist erlaubnispflichtig, Voraussetzung für die Erteilung der Erlaubnis sind u.a. der Nachweis von Sachkunde und Zuverlässigkeit sowie das Bestehen einer Haftpflichtversicherung.

Sachsen-Anhalt:

Als gefährlich im Sinne des Gesetzes gelten Hunde der in §2 Abs. 1 Satz 1 des HundVerbrEinfG genannten Rassen American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier, Bullterrier und American Pitbull Terrier. Die Haltung dieser Hunde ist erlaubnispflichtig, Voraussetzung für die Erlaubnis sind u.a. Zuverlässigkeit, persönliche Eignung, Sachkunde, das Ablegen eines Wesenstests, eindeutige Kennzeichnung und der Abschluss einer Haftpflichtversicherung.

Schleswig-Holstein:

Als gefährlich im Sinne des Gesetzes gelten Hunde der in §2 Abs. 1 Satz 1 des HundVerbrEinfG genannten Rassen American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier, Bullterrier und American Pitbull Terrier. Die Haltung dieser Hunde ist erlaubnispflichtig, Voraussetzung für die Erlaubnis sind u.a. Zuverlässigkeit, persönliche Eignung, Sachkunde, Kennzeichnung des Tieres und Abschluss einer Haftpflichtversicherung. Gefährliche Hunde unterliegen einem generellen bzw. teilweisen Leinen- und Maulkorbzwang und dürfen nur durch benannte Personen geführt werden. Ihnen ist ein leuchtend blaues Halsband anzulegen.
Desweiteren gelten Hunde als gefährlich, die „einen Menschen gebissen haben, sofern dies nicht zur Verteidigung anlässlich einer strafbaren Handlung geschah“ – schleswig- holsteinische Hunde müssen also über ein Grundwissen im Strafrecht verfügen.
Die zuständige Behörde kann – wenn sie sich selbst nicht sicher ist – die Begutachtung auf Kosten des Hundehalters anordnen, der Bürger trägt also die Kosten für mangelnde Kompetenz der Behörden.
Obwohl sich CDU und FDP in ihrem Koalitionsvertrag von 2009 zur Abschaffung der Rasseliste im Gefahrhundegesetz verpflichtet haben, wurde diese Verpflichtung während der Legislaturperiode verworfen, die Rasseliste besteht fort. Die im Koalitionsvertrag niedergeschriebene Erkenntnis, dass sich die Rasseliste als nicht geeignet zum Schutz der Bürger erwiesen hat, wurde ignoriert. Stattdessen wurde ein – nach eigener Feststellung der damaligen Regierung – ungeeignetes Gesetz in seiner Form beibehalten.

Freistaat Thüringen:

Thüringen hat als letztes Bundesland mit Wirkung vom 1.9.2011 ein rassebasiertes „Gesetz zum Schutz der Bevölkerung vor Tiergefahren“ erlassen, welches Hunde der Rassen Pitbull- Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier, Bullterrier sowie deren Kreuzungen als gefährliche Hunde bestimmt. Die Haltung dieser Hunde ist erlaubnispflichtig, die Erteilung der Erlaubnis erfordert u.a. den Nachweis von Sachkunde, Zuverlässigkeit, Haftpflichtversicherung sowie den Nachweis, dass der „Bedarf“ am Tier nicht durch andere Rassen gedeckt werden kann. Die Hunde sind unfruchtbar zu machen, sie dürfen nicht zusammen mit anderen Hunden geführt werden, es gilt ein genereller Leinen- und Maulkorbzwang im öffentlichen Raum. Die Details zu Wesenstest und Sachkundeprüfung sollen laut Gesetz per Rechtsverordnung geregelt werden, die auch 1,5 Jahre nach Inkrafttreten des Gesetzes nicht vorliegt.

Grundsätzlich ist zu den Landesregelungen zu ergänzen, dass die Gesetz- und Verordnungsgeber auf das Prinzip der „Umkehr der Beweislast“ zurückgreifen, dass im Grunde jedem westlichen Rechtsverständnis entgegen steht. Der Gesetz- bzw. Verordnungsgeber erhebt rein auf Basis von Vermutungen die Anschuldigung, dass von dem betreffenden Hund eine Gefahr ausgeht und erlegt dem Halter auf, ihm das Gegenteil zu beweisen. Diese Vorgehensweise ist höchst fragwürdig, da sie das Prinzip der

Unschuldsvermutung – verankert u.a. in Art. 6 der Europäischen Menschenrechtskonvention – ad absurdum führt und jedem üblichen Verfahren der Beweisführung entgegenläuft.

Im europäischen Kontext sind vorwiegend die folgenden rechtlichen Regelungen interessant:

Königreich Niederlande:

Die Niederlande führten im Jahr 1993 die „Regeling aggressieve Dieren“ (RAD) ein, die die Zucht und Haltung von Hunden des Typs „Pitbull“ ohne Zuchtpapiere verbot. Die niederländische Regierung ließ die Wirksamkeit dieser Regelung durch die „Van Sluijs- Kommission“ überprüfen, die 2008 zu dem Ergebnis kam, dass die RAD das Vorkommen von Beißunfällen nicht verringern konnte und die meisten Unfälle im privaten Umfeld passieren, wo der Gesetzgeber in seinen Möglichkeiten beschränkt ist.

Frankreich:

Frankreich hat eine landesweit einheitliche Liste gefährlicher Hunde, die in zwei Kategorien aufgeteilt ist: Hunde der Kategorie 1 sind Hunde ohne Zuchtpapiere, die dem Typ Pitbull, Boerboel bzw. Tosa entsprechen – Haltung und Einfuhr dieser Hunde ist untersagt. Hunde der Kategorie 2 sind Hunde der Rassen American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier, Rottweiler und Tosa mit Papieren sowie Hunde ohne Papiere, die dem Rottweiler ähneln. Sie sind mit Leine und Maulkorb zu führen.

Königreich Dänemark:

Dänemark hat 2010 eine Liste mit 13 Rassen veröffentlicht, deren Haltung, Zucht und Einfuhr verboten ist. Hunde dieser Rassen werden seitdem in großer Zahl getötet, da sie in Dänemark auch durch den Tierschutz nicht mehr vermittelt werden dürfen – es findet eine regelrechte Hetzjagd statt, bei der sogar die absurdeste Vermutung der Beteiligung einer verbotenen Rasse zur Tötung des Hundes genügt. Außerdem wird auch bei anderen Hunden bereits bei kleineren Vorfällen unter Artgenossen die Gefährlichkeit festgestellt und die Tötung angeordnet. Entsprechende Meldungen waren in den letzten Monaten vermehrt in den Medien. Diese Regelungen gelten auch für Touristen.

Königreich von Großbritannien und Nordirland:

Haltung und Zucht von Hunden der Rassen Pit Bull Terrier, Japanese Tosa, Dogo Argentino und Fila Brasileiro sind im gesamten Vereinigten Königreich verboten.

Österreich:

In Österreich führen 3 der 9 Bundesländer Rasselisten, die insgesamt 16 Rassen umfassen. Die Regelungen sowie die Rasselisten sind dabei in allen 3 Ländern verschieden.

Schweiz:

In der Schweiz gelten verschiedenste kantonale Regelungen gefährliche Hunderassen betreffend. Sie reichen von einem vollständigen Verbot über Reglementierungen der Haltung bis hin zu einem rasseunabhängigen Ansatz.

Italien:

In Italien galt bis 2009 eine Liste mit 135 gefährlichen Hunderassen. Am 25.03.2009 wurde diese Liste ersatzlos abgeschafft, da sich erwiesen hatte, dass sich die Vorfälle mit gefährlichen Hunden seit Einführung der Liste nicht verringert haben und allein durch die Rassezugehörigkeit keine Aussage über das Auftreten aggressiven Verhaltens getroffen werden kann. Seither wird die Gefährlichkeit eines Hundes rasseunabhängig im Einzelfall festgestellt und dessen Haltung streng reglementiert.

Wie aus dieser Zusammenfassung ersichtlich wird, gibt es weder auf Bundesebene noch europaweit eine einheitliche Definition gefährlicher Hunde. Die Vielzahl der verschiedenen Regelungen ist für Hundebesitzer schon lange nicht mehr überschaubar, jeder Urlaub oder Besuch bedarf einer langwierigen Recherche der geltenden Gesetze und Verordnungen. Zusätzlich muss man sich auch noch bei anderen Hundehaltern aus der Zielgegend informieren, da bei Weitem nicht alle zuständigen öffentlichen Stellen die ihnen daraus erwachsenden Pflichten kennen. Fragt man gerade bei kleineren Gemeinden nach, was man beim Besuch mit seinem Hund beachten muss, bekommt man teils hanebüchene Aussagen serviert. So möchte beispielsweise der zuständige Sachbearbeiter einer mittelgroßen Stadt in Rheinland-Pfalz bei einem Besuch mit einem Welpen eine schriftliche Ankündigung des Besuchs unter Angabe von Aufenthaltsort, Aufenthaltsdauer, Adresse und schriftlicher Bestätigung des Gastgebers – zusätzlich natürlich zur generellen Leinen- und Maulkorbpflicht für den 16 Wochen alten Hund.

Aber als Halter eines gelisteten Hundes hält man sich eben inzwischen auch an unrechtmäßige, überzogene Forderungen, weil nämlich immer sofort mit der Einziehung des Hundes gedroht wird. Und es wird ja auch so umgesetzt: mit der Begründung der Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit wird auch ein Hund sichergestellt, der gemäß allen geltenden Regeln geführt wird – weil die Exekutivorgane der Meinung sind, dem wäre nicht so. Dass die Sicherstellung nur auf der Falscheinschätzung der Behörden beruht, hindert auch nicht daran, die dadurch entstandenen Unterbringungskosten dem Halter aufzuerlegen.

Allein um sich im deutschsprachigen Europa aufzuhalten, muss man als Halter bestimmter Hunde ca. 50 verschiedene lokale Regeln kennen und berücksichtigen, denn neben den Gesetzen und Verordnungen ist ein nicht unerheblicher Teil der Thematik nur in Durchführungsbestimmungen und Verwaltungsvorschriften enthalten. Noch nicht berücksichtigt sind dabei die regionalen Regelungen, die sich beispielsweise aus den Bestimmungen des Art. 18 LStVG in Bayern oder den Regelungen aufgrund der Grünanlagensatzungen ergeben. Europaweit sprechen wir von geschätzt 80 verschiedenen Regelungen, die den Aufenthalt mit Hund einschränken oder völlig unmöglich machen.

Eine freie Wahl des Wohnsitzes, wie in Artikel 11 des Grundgesetzes und Artikel 21 AEUV sowie Artikel 45 der Grundrechtecharta der Europäischen Union garantiert, ist schon lange weder in Deutschland noch in Europa möglich – jedenfalls nicht, ohne sich vom „Familienmitglied Hund“ zu trennen.

Die Vielzahl von unterschiedlichen Regelungen zeigt aber auch, dass sie in keiner Weise geeignet sind, Gefahren abzuwehren. Selbst wenn man der Vermutung der rassespezifischen Gefährlichkeit folgen würde, würde ein und derselbe Hund abhängig vom Hoheitsgebiet, auf dem er sich aufhält, an Gefährlichkeit gewinnen oder verlieren. Dieser inhaltliche Widerspruch muss auch einer Verwaltung und Rechtsprechung ohne ausgeprägte Hundekenntnisse einleuchten, er wird aber hartnäckig ignoriert und durch die Länderkompetenz in der Gefahrenabwehr gerechtfertigt.

Zucht und Verbreitung, „Alternativrassen“

Gemäß der Welpenstatistik des Verbandes für das Deutsche Hundewesen (VdH) beträgt der prozentuale Anteil der im HundVerbrEinfG gelisteten Rassen am jährlichen Gesamtaufkommen:

2007: 0,28% (254 von 89.530) 2008: 0,33% (296 von 89.407) 2009: 0,43% (380 von 87.821) 2010: 0,44% (380 von 85.256) 2011: 0,44% (356 von 80.711)

Die nicht vom VdH anerkannte Rasse „American Pit Bull Terrier“ kann dabei aufgrund der extrem wenigen in Deutschland gezüchteten Tiere vernachlässigt werden. Die meisten anderen auf Landesebene gelisteten Rassen haben – abgesehen vom in 3 Bundesländern gelisteten Rottweiler mit ca. 1.600 Welpen pro Jahr – eine äußerst geringe Zahl an Welpen, da es sich überwiegend um eher exotische Rassen handelt.

Selbst wenn man die außerhalb des VdH gezüchteten und vermehrten Hunde berücksichtigt, erfassen die verschiedenen Landesregelungen nur geschätzte 5% aller Hunde, 95% der Tiere werden damit also als vermeintlich „rassebedingt ungefährlich“ aus dem Fokus der Anstrengungen zur Gefahrenabwehr genommen. Eine solche Herangehensweise ist unverantwortlich und offenbart ihre Folgen in teilweise tödlichen Unfällen mit Hunden aller möglichen größeren Rassen (Deutscher Schäferhund, Belgischer Schäferhund, Golden Retriever, Siberian Husky, …). Darüber hinaus muss ganz klar die Eignung und Verhältnismäßigkeit von Regelungen angezweifelt werden, die lediglich einen kleinen Bruchteil potenzieller Gefahrenquellen erfassen.

Tatsache ist, dass alle Hunde – gleich welcher Rasse – in der Lage sind, zu beißen. Tatsache ist auch, dass die überwiegende Zahl der Opfer von Beißvorfällen Kinder und Kleinkinder sind, die bereits durch den Biss eines kleinen oder mittelgroßen Hundes massiv geschädigt werden können. Eine Regelung, die 95% aller Hunde indirekt als ungefährlich deklariert – indem sie 5% als gefährlich brandmarkt – ist in keiner Weise geeignet, das gesteckte Ziel der Gefahrenabwehr zu erreichen. Selbst der Deutsche Kinderschutzbund hat sich in seiner Stellungnahme zum Entwurf des Thüringer Gefahrhundegesetzes sehr kritisch zur Einführung einer Rasseliste geäußert. Leider hat sich die Thüringische Landesregierung seinerzeit dazu entschlossen, 20 von 24 Stellungnahmen, die sich ablehnend zum Entwurf äußerten, zu ignorieren. Demokratie, die sich gegen die Meinung von 83% der eigens durch die

Landesregierung eingeholten Meinungen richtet – bedenklich für einen demokratischen Staat.

Die mangelnde Eignung der verschiedenen Regelungen zeigt sich bereits darin, dass im „Milieu“-Bereich heute kaum noch Hunde der gelisteten Rassen anzutreffen sind, da eine legale Haltung zu aufwändig bzw. unmöglich ist und durch die verstärkte Orientierung der Zucht auf Gesellschaftshunde die Tiere nicht mehr für die entsprechenden „Tätigkeiten“ verwendbar sind. Stattdessen sind in diesem Bereich heute vermehrt verschiedene Schäferhund- und Terrierrassen anzutreffen, die durch keine rassebasierte Regelung erfasst werden.

Des Weiteren sind Regelungen, die eine verantwortungsvolle Zucht bestimmter Rassen quasi oder tatsächlich verbieten, nicht geeignet, ein vermeintlich rassebezogenes Gefahrenpotenzial einzudämmen. In Zuchtverbänden organisierte Züchter der betroffenen Rassen betreiben schon seit langem eine Selektion auf Alltagstauglichkeit und Sozialverträglichkeit. Dadurch wird bezweckt, Tiere mit gesteigertem Aggressionsverhalten oder mangelnden Sozialfähigkeiten aus der Zucht zu entfernen und auf diese Weise möglicherweise vorbelastetes Erbgut aus der Rasse herauszuzüchten. Eben diese Bemühungen werden durch Zuchtverbote bzw. –beschränkungen behindert, während die Regelungen die illegale und unkontrollierte Vermehrung von Hunden nicht erfassen (können). Somit wird der Anteil der nicht auf ihr Wesen selektierten Hunde an der Gesamtpopulation größer und man erreicht insgesamt sogar eine Erhöhung des Gefahrenpotenzials einiger Rassen.

Die einzige Möglichkeit, Hunde in ihrer Gesamtheit „ungefährlicher“ zu machen, liegt nicht im Verbot von Rassen, sondern in der allgemeinen Förderung und Kontrolle einer verantwortungsvollen Zucht sowie in der strikten Beschränkung unkontrollierter und illegaler Vermehrung.

Kontrolle der Wirksamkeit und Rechtmäßigkeit

Der bayrische Verfassungsgerichtshof (Vf. 16-VII-92; Vf. 6-VII-93 vom 12.10.1994) sowie das Bundesverfassungsgericht (BvR 1778/01 vom 16.3.2004 und BvR 492/04 vom 29.3.2004) haben den Bundesgesetzgeber bzw. den bayrischen Verordnungsgeber höchstrichterlich zur Beobachtung des Beißverhaltens verschiedener Hunderassen und entsprechender Reaktion und damit zur Kontrolle der Geeignetheit und Rechtmäßigkeit des Gesetzes bzw. der Verordnung verpflichtet.

Bis heute gibt es weder in Bayern noch bundesweit einheitliche Erhebungen über Beißvorfälle („Beißstatistiken“), die Entscheidungen der höchsten Verfassungsorgane wurden also durch die Landes- und Bundespolitik ignoriert.
Einige Bundesländer – beispielsweise Rheinland-Pfalz oder Nordrhein-Westfalen –führen Statistiken über Vorfälle mit Hunden, die aber aufgrund ihrer Anlage und ihres Inhaltes in keiner Weise geeignet sind, Aussagen über die (Un-)Gefährlichkeit bestimmter Hunderassen zu treffen, sie sind nicht einmal geeignet, Aussagen über Beißhäufigkeiten zu machen. Diese Statistiken erfassen nur rudimentär das Wesen eines solchen Vorfalls (Grund, Art und

Schwere des Schadens, Verhalten von Hund und Mensch), sie erfassen nur einen bestimmten Teil der Vorfälle (Beißvorfälle passieren zum überwiegenden Teil im häuslichen Umfeld, wo sie nur selten angezeigt werden; Vorfälle im Rahmen von Hundesport – und damit von vorwiegend sportlich geführten Rassen – werden nur selten angezeigt) und sie erfassen bestenfalls im Ansatz die wirkliche Rassezugehörigkeit der Hunde. Mittlerweile werden alle schwarz-braunen Hunde mit längerem Fell als „Schäferhund-Mischlinge“ deklariert, viele Listenhund-Mischlinge werden zum Boxer-Mischling umdeklariert, Polizei- und Verwaltungsbeamte kennen einen Großteil der Rassen gar nicht und ordnen den Hund einer Rasse zu, die sie kennen, ein Bauernhof-Hund hat auch inzwischen schlicht und ergreifend keine bestimmbare Rasse mehr. Im ländlichen Bereich werden viele Vorfälle zwischen den betroffenen Parteien geklärt, während in der Stadt sehr viel zur Anzeige kommt – die Verteilung der Rassen ist aber nicht gleich, so dass sich diese Ungleichheiten statistisch auch nicht aufheben können. Jede Statistik, die mit dem Ziel der Rechtfertigung der Hundegesetze und –verordnungen ins Leben gerufen wurde, genügt nicht ansatzweise einem wissenschaftlichen Anspruch – weder im zu untersuchenden Sachverhalt, noch in Vollständigkeit und Unabhängigkeit der erfassten Vorfälle oder in der Korrektheit ihrer Daten. Das alles wäre vor dem Hintergrund der allgemeinen Qualität von Statistiken gar nichts so Erwähnenswertes – wenn diese Erhebungen nicht dazu genutzt würden, über Leben und Tod zu entscheiden. Der Staat hat die Möglichkeit, in Zusammenarbeit mit Hochschulen wirklich aussagekräftige Untersuchungen zu veranlassen – stattdessen benutzt man diese unwürdigen, pseudowissenschaftlichen Ansammlungen von Zahlen zur Rechtfertigung eines politischen Aktionismus, der nicht zu rechtfertigen ist.
Darüber hinaus beruft man sich weiterhin auf die gezielt falsch zitierten Aussagen von Kynologen wie D. Feddersen-Petersen, D. Fleig, u.a., die sich einstimmig von eben diesen falschen Zitaten bzw. Interpretationen distanzieren. Das hält aber weder Politik noch Rechtsprechung davon ab, eben diese Falschinterpretationen immer wieder als Beweis für die Richtigkeit der rassebezogenen Verordnungen und Gesetze zu nennen.

Frau Dr. Feddersen-Petersen sagt beispielsweise eindeutig:

»Vergleichende Untersuchungen an mehr als 20 Hunderassen haben nicht beweisen können, dass eine bestimmte Rasse besonders bissig wäre. Es gibt keine „gefährlichen Hunderassen“, es gibt nur gefährliche Hundeindividuen. Der Begriff „gefährlicher Hund“ ist unabhängig von der Rassezugehörigkeit zu benennen. «

Der in vielen Urteilen und Gesetzentwürfen zitierte Dr. Fleig hat sich zusammen mit seiner Frau und Mitarbeiterin in Thüringen gerade gegen eine Rasseliste engagiert, da er eine rassebezogene Gefährlichkeitsvermutung für wissenschaftlich haltlos erachtete. Dennoch wird sein Zitat, wonach bestimmte Hunde eine verantwortungsvolle, konsequente Erziehung benötigen, auch heute noch als ultimatives Argument verwendet, dass diese Rassen genetisch bedingt gefährlich sind. Dass er aber in einem weiteren Buch, nämlich „Kampfhunde II“, Folgendes ausführte, wird durch die zuständigen Stellen geflissentlich ignoriert:

„Die bereits von Hinks [Begründer der Rasse Bullterrier – Anm. des Verf.] aufgestellte

Grundforderung der Bullterrierzucht, den Bull Terrier in seinem besonders guten Charakter – voll Feuer, aber von freundlichem Wesen und bereit zur Unterordnung – unbedingt zu erhalten, zieht sich durch die Zucht bis zum heutigen Tage. Man kann wohl ohne Überheblichkeit sagen, dass dieses Ziel weitgehend verwirklicht wurde. Das ist sicherlich auch die Erklärung für die noch immer wachsende Beliebtheit des Bull Terriers. […] Sie wollen überhaupt keinen Arbeitshund, sondern ein richtiges Familienmitglied mit allen Rechten und Pflichten? – Dann sind Sie an der richtigen Adresse, er ist ihr freudiger Begleiter auf langen Wanderungen, schickt sich aber auch in die Wohn- und Auslaufverhältnisse der Großstadt. Den Kindern ist er ein stets bereiter Spielkamerad, wird es aber ernst, fordert oder bedroht man ihn oder seine Menschen, dann wird er zuverlässig schützen. Durch seine planmäßige Zucht gewann er eine HOHE REIZSCHWELLE, so dass er sich über Kleinigkeiten kaum erregt. Dadurch ist er gutartig, Fremden gegenüber nicht misstrauisch. Sein Selbstbewusstsein spiegelt sich in dieser Unbefangenheit, mit der er auf alle äußeren Einflüsse zunächst ohne Aggression reagiert. ”

Mangelhafte Argumentation

Das Vorhandensein einer abstrakten Gefährlichkeit bestimmter Hunderassen wird regelmäßig mit deren „Größe, Gewicht, Sprung-, Muskel- und Beißkraft“ begründet. Dazu möchte ich folgendes ausführen:

  • Der in fast allen gesetzlichen Regelungen erfasste „American Pitbull Terrier“ hat ein Gewicht von ca. 12 bis 25kg bei einer Schulterhöhe von 40 bis 50cm. Die große Spannweite der Werte resultiert daraus, dass bei dieser Rasse keine strenge Zuchtwahl rein aufgrund der Optik erfolgt. Der ebenfalls fast überall gelistete Staffordshire Bullterrier hat laut FCI-Standard ein Gewicht von 11 – 17kg bei einer Schulterhöhe von 35,5 – 40,5cm. Demgegenüber seien beispielhaft die von keiner Rasseregelung erfassten Bernhardiner und Deutschen Doggen mit einem Gewicht von bis zu 90kg bei einer Schulterhöhe von bis zu 90cm erwähnt, es ließen sich hier aber eine große Zahl anderer Rassen anführen, die die gelisteten Hunde in Größe und Gewicht deutlich übertreffen.
  • Mir ist nicht eine Studie oder ähnliche Erhebung bekannt, die objektiv verwertbare Angaben über die Sprungkraft von Hunderassen liefert. Unabhängig davon ist die Sprungkraft für die Beurteilung der Gefährlichkeit von Tieren auch völlig unerheblich – niemand würde beispielsweise einen Floh als gefährlich bezeichnen, obwohl er mit einem Sprung das 200-fache seiner Körperlänge überwinden kann. Für einen angreifenden Hund ist es vielmehr deutlich sinnvoller, mit allen Pfoten fest am Boden zu sein als sich unkontrolliert in der Luft zu befinden. Rein physikalisch ist auch der gleichzeitige Hinweis auf Gewicht und Sprungkraft nicht nachvollziehbar – jeder Hundesportler wird Ihnen bestätigen, dass kleineren, leichten Hunden das Überwinden von Hindernissen leichter fällt.
  • Auch der Hinweis auf die größere Muskelkraft lässt sich durch keine belastbaren Nachweise belegen. Die regelmäßig betroffenen Bull-and-Terrier-Rassen haben in der Tat meist ein muskulöseres Aussehen, was aber teilweise auch in ihrem durchweg

kurzen Fell begründet ist. Neben den fehlenden Belegen für eine im Verhältnis zu anderen Rassen höhere Muskelkraft ist aber auch gar nicht ersichtlich, wie dadurch Gefahr entstehen soll, da durch Hunde hervorgerufene Verletzungen in den allermeisten Fällen durch Bisse oder Kratzer entstehen.

• Zur Ermittlung der Beißkraft von Hunden gibt es meines Wissens nur 2 wissenschaftliche Studien: Lindner et al. stellten 1995 in ihrer Studie „Measurement of Bite Force in Dogs: A Pilot Study“ fest, dass die Beißkraft eines Rottweilers zwischen 280 und 1200kp schwankt, die eines Retrievers lag bei 480kp – die Beißkraft eines Menschen kann übrigens bis zu 1300kp betragen. Die Schwankungen der Messwerte ergeben sich daraus, dass es fast unmöglich ist, einen Hund zum Zubeißen mit maximaler Kraft zu bewegen, er beißt einfach so fest zu, wie er es für sinnvoll hält. Brunski/Hipp haben 1984 Versuche mit Elektroschocks an narkotisierten Hunden vorgenommen, jedoch ohne Angabe von Werten der ermittelten Beißkraft. Weiterhin beschäftigte sich J. Bridgers 1988 mit den anatomischen Voraussetzungen für eine vermutete erhöhte Beißkraft und kam zu dem Ergebnis: “Unsere Ergebnisse zeigen, dass, während es eine enorme Variation an Hunderassen gibt, Pit Bull Terrier genau in das Muster der Variationen passen und sich nicht von anderen Hunderassen unterscheiden, Man kann sagen, dass Pit Bull Terrier keine mechanischen Anpassungen haben, die es ihnen ermöglichen würden, eine höhere Bisskraft zu erlangen als andere Hunde; Ebenfalls haben sie keine Anpassungen, die ihnen einen festeren Halt beim Beißen geben. Die Daten wurden erhoben an 49 Schädeln verschiedener Rassen vom Toy bis zum Mastiff, unter ihnen drei Pit Bull Terrier.”
Alle Untersuchungen kommen zu dem Ergebnis: größere Tiere haben in der Regel eine größere Beißkraft – was ja auch nicht verwunderlich ist. Die in den Boulevardmedien propagierte Beißkraft von bis zu 3 Tonnen entspringt jedoch einzig und allein der Fantasie des jeweiligen Autors.

Zusammenfassend lässt sich also festhalten, dass die allseits übliche Begründung der abstrakten Gefahr nicht nur inhaltlich falsch ist und dem Gleichheitsgrundsatz widerspricht – sie scheitert vielmehr bereits im Ansatz, da sie Eigenschaften zur Begründung heranzieht, die für sich allein mit dem Vorliegen einer Gefahr gar nichts zu tun haben.

Wikipedia als Informationsquelle

Das brandenburgische Ministerium des Innern veröffentlichte am 12.4.2012 ein Schreiben an die zuständigen Behörden, in dem es die Rasse „Olde English Bulldogge“ als eine Kreuzung mit einem nach Landesrecht unwiderlegbar gefährlichen Hund bezeichnet. Als Grundlage für diese Einschätzung nennt es die Tatsache, dass die Rasse aus 50% Englischer Bulldogge und zu je 1/6 aus Bullmastiff, American Bulldog und American Pitbull Terrier besteht – eine Formulierung, die wörtlich so aus der Rassebeschreibung des Internetlexikons „wikipedia“ entnommen ist.

Sehr geehrter Herr Minister Dr. Woidke, ich möchte Ihnen zu dem seltsamen Vorgehen Ihres Ministeriums folgende Punkte zu bedenken geben:

  • –  Eine Internetplattform, wo jeder Nutzer einen Eintrag verfassen kann, ohne Fachkenntnisse zu besitzen, ist als Informationsquelle für ministerielle Anordnungen schlichtweg lächerlich.
  • –  Es ist biologisch nicht möglich, 4 Hunderassen prozentgenau miteinander zu verpaaren – es können immer nur 2 Individuen miteinander verpaart werden und ihre Merkmale vererben, wobei eine statistische Vorhersage der Ergebnisse aufgrund der Komplexität und mangelnden Reinheit des genetischen Materials bereits nach wenigen Generationen quasi ausgeschlossen ist.
  • –  Die Praxis, diese zweifelhaften Aussagen als Beweis der Einkreuzung von American Pitbull Terriern (APBT) zu verwenden, spottet jeder Beschreibung. Nicht nur, dass es keinen Beweis für die ursprüngliche Einkreuzung von APBT in die Rasse gibt, auch die direkte Abstammung der heutigen Hunde von den damals gekreuzten Exemplaren ist nicht nachweisbar. Desweiteren gibt es für das einzelne Individuum keinen Nachweis, dass sich die eventuell einmal eingekreuzten APBT-Gene über den gesamten Erbgang hinweg im Hund erhalten haben.
  • –  Gerichte haben bereits mehrfach entschieden, dass ein Hund nicht zum Mischling einer Rasse wird, weil eine Beteiligung vor mehreren Generationen vermutet wird(vgl. Bayerischer VGH -10 B 09.89 v. 17.07.2009; VG Stuttgart – 5 K 4370/06 v. 09.10.2007;VG Magdeburg – 2 A 291/10 v. 25.10.2012; VG Osnabrück – 6 A 210/09 v. 29.09.2010)
    Auch wenn man als Hundehalter inzwischen geringe Erwartungen an die wissenschaftlichen Fähigkeiten von Politikern hat, sollte eine derart miserable Recherche und unbegründbare Verallgemeinerung aus Ihrem Hause Sie als zuständigen Minister doch in Ihrer Ehre berühren. Bitte erklären Sie die ergangene Anordnung an die Behörden für nichtig und ersparen Sie dem Steuerzahler und den betroffenen Haltern die Kosten und Aufwände, die sich aus den Gerichtsverfahren ergeben!Einschränkung von Grundrechten 

    Alle deutschen Gesetze und Verordnungen, die sich mit der Thematik gefährlicher Hunde befassen, schränken die Grundrechte der Hundehalter ein. Die betroffenen Grundrechte sind in der Regel das Recht auf Eigentum (Art. 14 Grundgesetz), das Recht auf Unverletzlichkeit der Wohnung (Art. 13) und das Recht auf freie Berufsausübung (Art. 12). Diese Einschränkung von Grundrechten ist durch Art. 19 GG legitimiert. Ferner wird der in Art. 20a GG als Staatsziel verankerte Tierschutz eingeschränkt, indem das Tierschutzgesetz die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung als Rechtfertigung für Eingriffe an Tieren ansieht und damit die Kastrationspflichten der Gesetze und Verordnungen legitimiert. Ebenfalls entgegen dem Gedanken des Staatsziels Tierschutz läuft die aufgrund der unbegründeten Gefährlichkeitsvermutung in Tierheime verbannten Hunde sowie deren Euthanasierung als „nicht vermittelbar“.

    Die Grundrechte als Teil unseres Grundgesetzes und das Grundgesetz als solches sind elementare Bestandteile der freiheitlich demokratischen Grundordnung und ihr Schutz muss Ziel jeder demokratischen Gewalt sein. Sollte eine Einschränkung notwendig sein, so muss es Ziel des Gesetzgebers sein, diese Einschränkung auf das nötige Maß zu beschränken und sicherzustellen, dass die Einschränkung unumgänglich ist und das angestrebte Ziel erreicht.

Im Falle der Gesetz- und Verordnungsgebung auf dem Gebiet der „gefährlichen Hunde“ werden Grundrechte seit Jahrzehnten auf der Grundlage bloßer Vermutungen eingeschränkt – die Definition der gefährlichen Rassen enthält meist die wörtliche Formulierung „die Gefährlichkeit wird vermutet“ – ohne dass eine zielgerichtete Bestrebung zur Bestätigung oder Widerlegung dieser Vermutungen besteht. Diese Praxis untergräbt die Integrität des Grundgesetzes und ist in dieser Form nicht tragbar. Gerade eine deutsche Regierung und Rechtsprechung darf vor dem Hintergrund der Lehren aus der Geschichte nicht tolerieren, dass Grundrechte über mehr als zwei Jahrzehnte auf der Basis von Vermutungen und Populismus eingeschränkt werden und kein Nachweis über Notwendigkeit oder Geeignetheit der Einschränkungen erbracht wird.

Wandel der Hundehaltung, Hundesteuer

Während der Hund bis in die 1980er Jahre hinein noch weitestgehend als „Nutztier“ angesehen werden kann, wandelt sich seine Rolle in den letzten Jahrzehnten zusehends. In früherer Zeit wurden Hunde gemäß ihrer Funktion als Wachhund, Hütehund, Diensthund oder ähnliches gehalten, was sich auch in der Form ihrer Haltung (Zwinger-, Außen-, Anbindehaltung) äußerte. Inzwischen rücken diese ursprünglichen Aufgaben des Hundes immer mehr in den Hintergrund, der Hund fungiert immer mehr als Sozialpartner, die Haltungsweise integriert die Tiere wesentlich stärker in die Familie (Wohnungshaltung, eigenes Körbchen, etc.). Weiterhin ist der Hund stärker in die Freizeitaktivitäten der Besitzer eingebunden und bestimmt diese oft. Man trifft sich zum „Gassi gehen“, man sucht hundefreundliche Urlaubsorte, man besucht Hundeschulen und liest Erziehungsbücher. Ein ganzer Wirtschaftszweig baut quasi allein auf dieser Entwicklung auf.

Vor diesem Hintergrund müssen auch Regelungen überdacht werden, die die Haltung von Hunden generell oder im Einzelfall de facto unmöglich werden lassen. Gerade ältere Mitbürger sind oft auf Tiere als Sozialpartner angewiesen, sie stellen für sie nicht selten den Lebensinhalt dar, indem sie ihnen eine Aufgabe geben und über das „Hobby Hund“ den Kontakt zu anderen Menschen ermöglichen. Gerade in solchen Fällen stellt die Hundesteuer – insbesondere die erhöhte Hundesteuer für vermeintliche Kampfhunde – aber auch die Kosten für Gutachten, Überprüfungen und Verwaltungsakte, eine enorme soziale Ungerechtigkeit und einen gefährlichen Angriff auf die Lebensqualität der Menschen dar. Erhöhte Hundesteuersätze von 700 bis 1200 Euro, wie sie keineswegs unüblich sind (München: 800€, Hamburg: 600€, Düsseldorf: 600€/900€, Frankfurt/Main: 900€, Kohlgrub/Bayern: 2000€), sind für einen Rentner nicht zu bewältigen und übertreffen oft die eigentlichen Haltungskosten (Futter, Tierarzt, etc.) des Hundes. Und hier darf auch nicht die Argumentation sein, dass ein Rentner aus körperlichen Gründen keinen sogenannten „Kampfhund“ halten sollte, denn oft leben Mensch und Hund bereits über 10 Jahre zusammen, zum anderen geben ältere Leute auch älteren Hunden aus dem Tierheim noch für einige Zeit ein Zuhause. Und auch nicht jeder Rentner leidet unter körperlichen Gebrechen, ich persönlich kenne eine ganze Reihe von Menschen jenseits der 70, die ihren 40-Kilo-Hund bestens im Griff haben.

Die veränderte Haltung von Hunden lässt aber auch die Rechtmäßigkeit der Hundesteuer als solches fragwürdig erscheinen. Als kommunale Aufwandssteuer setzt die Hundesteuer an einer größeren wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Hundehalters an, die sich im finanziellen Aufwand der Haltung widerspiegelt. Nun wird aber eben dieser Aufwand – konkret der Kauf von Futter, Leine/Halsband, Körbchen/Decken, der Besuch von Hundeschulen und Tierärzten – bereits über die Erhebung der Mehrwertsteuer besteuert. Somit erfolgt eine Doppelbesteuerung des Aufwands – direkt prozentual über die Mehrwertsteuer und pauschaliert über die Hundesteuer.

Fallbeispiel „Spaziergang im Raum Ludwigshafen – Mannheim – Lampertheim“

Die genannten Orte befinden sich im Abstand von nur wenigen Kilometern im Dreiländereck zwischen Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz mit ihren jeweils unterschied- lichen landesspezifischen Regelungen bezüglich gefährlicher Hunde – wie oben bereits be- schrieben. Bei einem gemeinsamen Spaziergang mit einem Bullterrier und einem Stafford- shire Bullterrier ergibt sich nun bei Überschreiten der Landesgrenzen folgende Situation: Beim Start in Lampertheim (Hessen) sind beide Hunde gefährlich und dürfen nur von sachkundigen Personen geführt werden, wobei die Sachkunde des Hundeführers immer nur für einen einzigen Hund gilt. Auf dem Weg nach Mannheim wird beim Überqueren der Landesgrenze nun plötzlich der Staffordshire Bullterrier ungefährlich, dafür unterliegt der Bullterrier nun plötzlich der Maulkorbpflicht, jedoch dürfen nun die Hunde plötzlich durch eine einzige Person gemeinsam geführt werden. Wenn nun in Mannheim der Rhein überquert wird, können die Hunde in Ludwigshafen (Rheinland-Pfalz) den Maulkorb tauschen – wenn er denn beiden passen würde. Hier ist nämlich der Bullterrier plötzlich ungefährlich, dafür unterliegt der Staffordshire Bullterrier als unwiderlegbar gefährlicher Hund nun der Maulkorbpflicht.

Fallbeispiel „Besuch in München“

Beim Besuch der bayrischen Landeshauptstadt mit einem Mischling der Rasse American Staffordshire Terrier darf der Hund in der Stadt nur an der Leine geführt werden, für bereits als bissig aufgefallene Hunde anderer Rassen besteht jedoch kein Leinenzwang. Beim Spaziergang in die Nachbargemeinde Neubiberg unterliegt der „Besuchs-Kampfhund“ nun plötzlich gar keinen Auflagen mehr, obwohl die Gemeinde sogar für Hunde mit positivem Wesenstest unbeirrt den 10-fachen Kampfhundesteuersatz erhebt.
Sollte es dem Besucher nun im schönen München so gut gefallen, dass er seinen Wohnsitz hierher verlegt, ist sein vorher geduldeter Hund plötzlich unwiderlegbar gefährlich und bedarf der Haltungserlaubnis, die die Stadt München laut eigener Aussage – entgegen den Vorgaben des Gesetzes – grundsätzlich nicht erteilt. Nun bleibt nur die Möglichkeit, mit einem Rassegutachten nachzuweisen, dass der vermutete American Staffordshire Terrier – Mischling doch eher einer anderen Rasse zuzuordnen ist. Und selbst wenn das gelänge, würde man den Rest des Hundelebens in der Angst verbringen, dass sich die Ordnungshüter die „Rasse“definition des Bandogs anschauen, die das bayrische Staatsministerium des Innern veröffentlicht – denn das sind „großrahmige Hunde (Schulterhöhe über 45cm, Gewicht über 30kg) ohne einheitliches äußeres Erscheinungsbild“ – der Auffangtatbestand

für alles nicht Zuordenbare. Allerdings scheinen diese Hunde so selten zu sein, dass es den Behörden in 20 Jahren „Kampfhundeverordnung“ nicht möglich war, ein Bild eines solchen Hundes zu veröffentlichen.

Fallbeispiel „Objektiv unmögliche Befreiung von der Maulkorbpflicht“

Das rheinland-pfälzische Landesgesetz über gefährliche Hunde bestimmt für solche eine generelle Leinen- und Maulkorbpflicht außerhalb des befriedeten Besitztums, die Maulkorbpflicht kann aufgehoben werden, wenn keine Gefahr für die öffentliche Sicherheit zu befürchten ist. Der Nachweis darüber erfolgt durch Ablegen einer Begleithundeprüfung, bei der jedoch das Tragen eines Maulkorbs nicht zulässig ist. Die Prüfung umfasst außerdem einen Freifolge-Teil (der Hund wird ohne Leine geführt), der aufgrund der Bestimmungen des LHundG ebenfalls nicht durchgeführt werden kann, da nach Aussage der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Rheinland-Pfalz die Leinenpflicht auch auf dem Gelände eines Hundeplatzes gilt. Es ist also objektiv unmöglich, den Anforderungen gerecht zu werden.

Fallbeispiel „Dreifache Gefährlichkeit“

Im Freistaat Bayern als meinem Heimatbundesland wird der Begriff des „Kampfhundes“ in mindestens 3 verschiedenen Zusammenhängen verwendet, die zwar inhaltlich alle auf der gleichen Definition aufbauen – nämlich der sogenannten „Kampfhundeverordnung“ – aufgrund höchstrichterlicher Entscheidung aber völlig verschiedene Sachverhalte regeln, wodurch auch der Nachweis der „nicht gesteigerten Aggressivität und Gefährlichkeit“ nicht für alle Fälle bindend ist.

Art. 37 LStVG legt für gefährliche Hunde (definiert in der o.a. Verordnung) die Erlaubnispflicht fest, die Verordnung selbst eröffnet aber die Möglichkeit des Gegenbeweises in Form des Wesenstests. Art. 18 LStVG räumt nun den zuständigen Behörden einen weiten Spielraum zur Festlegung von generellen und speziellen Auflagen für das Halten und Führen von Hunden ein, wobei die Widerlegung der gesteigerten Gefährlichkeit nicht gleichzusetzen ist mit einer Widerlegung der Gefahr. Das führt dazu, dass in einem Bescheid der Behörde bestätigt wird, dass der Hund nicht gesteigert gefährlich ist, im gleichen Brief aber Anordnungen zur Abwehr von Gefahren getroffen werden. Und auch wenn der Bayrische Verwaltungsgerichtshof per Urteil bestätigt hat, dass Anordnungen für den Einzelfall nicht direkt an der Zugehörigkeit des Hundes zu einer gelisteten Rasse anknüpfen dürfen, so ist es doch in der täglichen Praxis so, dass diese Hunde um ein Vielfaches stärker von Auflagen betroffen sind, da durch die Vorlage des Wesenstests die Behörde auf den Hund aufmerksam gemacht wird, während andere Rassen einfach nur zur Steuer angemeldet werden und sicherheitsrechtlich gar nicht „aktenkundig“ werden.

Dazu kommt dann noch der „Kampfhunde“begriff der einzelnen Hundesteuersatzungen, wo nachweislich nicht als Kampfhund geltende Hunde (bestätigt durch Bescheid der Behörde) als Kampfhund im Sinne der Satzung definiert werden, indem der Wesenstest ignoriert wird. Den Gemeinden wird im Zuge des Regelungszwecks das Zurückdrängen von Kampfhunden gestattet, während sie keine sicherheitsrechtlichen Zwecke verfolgen dürfen. Durch eben diese Zwecke ist aber der Kampfhundebegriff überhaupt definiert und auf eben diese Regelungen stützt sich auch die Steuersatzung.

Hervorzuheben ist noch, dass es für all diese Maßnahmen keine generelle Grundlage gibt, sondern dass es immer Einzelfallentscheidungen sind und jeweils einzeln vor Gericht entschieden werden müssen. Diese Vermischung von Sachverhalten ist für einen „normalen“ Bürger in keiner Weise mehr zu überblicken und selbst die Behörden – hauptsächlich kleinere Gemeinden, in denen selten ein mutmaßlicher Kampfhund auftritt – sind damit hoffnungslos überfordert, was zu einer Unzahl von Fehlentscheidungen führt.

Fallbeispiel „Gefährlichkeit aufgrund gefährlichen Aussehens“

In seinem Urteil 24 B 03.645 vom 18.2.2004 erkennt der Bayerische Verwaltungsgerichtshof als Recht an, dass von einem Bullterrier, der mittels einer Wesensüberprüfung eine gesteigerte Gefährlichkeit widerlegt hat, allein aufgrund seines Aussehens eine solche Gefahr ausgehe, dass es angebracht ist, das Ausführen und die Haltung des Hundes zu reglementieren. Begründet wurde das dadurch, dass das gefährliche Aussehen Angst und Schock bei Passanten hervorrufen könnte, was als Gesundheitsbeeinträchtigung zu werten ist.

Ähnlich entscheidet der VGH auch in seinem Urteil 10 BV 06.3053 vom 9.11.2010, wo laut Urteilsbegründung ein Rottweiler „allein durch sein Aussehen und Auftreten das subjektive Befinden von Passanten […] beeinträchtigen kann“ und darin eine Grundlage zum Erlass von Anordnungen zu sehen ist.

Diese Entscheidungen sind ein Skandal für einen Rechtsstaat und ein Schlag ins Gesicht jedes verantwortungsvollen Hundehalters, der seinen Hund ausbildet und prüfen lässt und letztendlich aufgrund der Rasse des Hundes schlechter gestellt wird als jeder Halter einer nicht gelisteten Rasse, der keinerlei Interesse an Ausbildung und Wesen seines Hundes zeigt. Wenn diese Argumentation Schule macht, dürften demnächst auch Tätowierte oder Kraftsportler aufgrund ihres gefährlichen Aussehens prophylaktisch reglementiert werden oder „schnell aussehende“ Autos per Verordnung in ihrer Leistung gedrosselt.

Fallbeispiel „Gefährlichkeit trotz nachgewiesener Ungefährlichkeit“

Das Gesetz zur Vorsorge gegen die von Hunden ausgehenden Gefahren des Landes Sachsen- Anhalt definiert als Merkmal gefährlicher Hunde, dass die Gefährlichkeit vermutet oder im Einzelfall festgestellt wird, wobei für 4 Hunderassen eine Gefährlichkeit aufgrund Rassezugehörigkeit vermutet wird (§3, Abs. 1 und 2). Möchte man einen solchen Hund halten, bedarf man einer Erlaubnis, wobei eine Voraussetzung für die Erteilung der Erlaubnis das Ablegen eines Wesenstests (§10) ist, durch den nachgewiesen wird, „dass der Hund keine gesteigerte Aggressivität oder Gefährlichkeit gegenüber Menschen und Tieren aufweist“ (§6 Abs. 1 Nr. 2). Um einen gefährlichen Hund zu halten muss man also nachweisen, dass der Hund nicht gefährlich ist, obwohl er weiterhin als gefährlich gilt. Diese offensichtliche Absurdität hindert den Gesetzgeber jedoch nicht, an der getroffenen Regelung festzuhalten, dass nachweislich ungefährliche Hunde allein aufgrund ihrer Rasse weiterhin als gefährlich gelten.

Fallbeispiel „Stimmung gegen Hundehalter“

Die damalige nordrhein-westfälische Umweltministerin Bärbel Höhn antwortete 2000 in

einem „Stern“-Interview auf die Frage, ob sie ein Verbot von Bullterrier, Staffordshire Bullterrier und Pitbull Terrier durchsetzen will, obwohl eben diese Verbote in Holland und England erfolglos waren:
„Es geht darum, in der Gesellschaft eine Stimmung gegen solche unverantwortlichen Hundehalter zu schaffen. Wir sollten denen deutlich machen, dass wir das nicht mehr hinnehmen.“

Genau das hat die damalige Ministerin und jetzige Bundestagsabgeordnete Höhn, die als stellvertretende Fraktionsvorsitzende ausgerechnet auch für den Bereich Tierschutz verantwortlich zeichnet, auch geschafft:
Hunde werden ihren Besitzern auf offener Straße entrissen und totgetreten, sie werden angezündet, Zuchtstätten werden in Brand gesteckt, die Tiere werden gesteinigt, sie werden massenweise eingeschläfert, ausgesetzt, ihre Halter beschimpft, bespuckt, verleumdet – vielleicht ist das die grüne Politik des neuen Jahrtausends?!

Aber Frau Höhn ist nicht die Einzige, die in diese populistische Kerbe haut: der damalige bayrische Innenminister Stoiber entgegnete am 28.9.1991 auf die vom bayrischen Rechts- und Verfassungsausschuss vorgebrachten Bedenken gegen die Verwendung des Begriffs „Kampfhund“ im bayrischen LStVG:

»Ich meine nur, es wird schwierig sein, vom Begriff Kampfhund abzuweichen, weil dieser eben ein gewisser populistischer –wenn Sie so wollen- Terminus technicus- geworden ist, mit dem das Gesetz insgesamt umschrieben wird. Der Begriff ist prägnant. «
Der Ausschuss hielt es daraufhin für angebracht, entgegen seiner fachlichen Bedenken und zugunsten eines merkwürdigen „Traditionsbewusstseins“, keine weiteren Einwände vorzubringen:
»Einwendungen zu erheben ist eine Möglichkeit, von der der Senat stets mit Zurückhaltung Gebrauch gemacht hat. Aus dieser Tradition schlägt der Rechts- und Verfassungsausschuss […]vor, gegen das von Ihnen vorliegende Gesetz zur Änderung des Landesstraf- und Verordnungsgesetzes […] keine Einwendungen zu erheben. «

Und auch der heutige hessische Ministerpräsident Bouffier ließ seine eigentlichen Beweggründe für den Erlass der hessischen Kampfhundeverordnung von 2000 (die im Übrigen sogar in ihrer abgeschwächten Form bereits nach einem Monat im Wesentlichen gerichtlich gestoppt wurde) in einem diesbezüglichen Gespräch im Gießener Tierheim im Juni 2000 erkennen. In diesem Gespräch mit Ordnungsbehörden und Tierheimleitern entgegnete der damailge Innenminister Bouffier auf den Hinweis einer Tierärztin, dass sowohl Sachverständige als auch Verhaltensexperten eine rassebezogene Gefährlichkeit verneinen:

»Mich interessiert die Meinung von so ein paar Experten nicht – mich interessiert die öffentliche Meinung! Wenn die Bevölkerung der Ansicht ist, dass diese Kampfmaschinen aus dem Straßenbild verschwinden sollen, werde ich dafür sorgen! […] In der erforderlichen Eile die Verordnung auf den Weg zu bringen hatte ich nicht die Zeit, vorher noch zig Leute anzuhören. Wenn jemand von diesen Sachverständigen und Experten etwas dazu hätte sagen wollen, hätten die sich bei mir melden können. [sinngemäß aus dem Gedächtnisprotokoll]«

Erwähnenswert ist, dass sämtliche Terminanfragen der hessischen Tierärzteschaft im Vorfeld der Verordnung durch das hessische Innenministerium abgelehnt wurden.

Man erkennt aus diesen Beispielen, dass der Schutz der Bevölkerung nur ein untergeordnetes Ziel des politischen Aktionismus ist. Vermutlich ist den meisten Entscheidungsträgern auch klar, dass dieses vorgebliche Ziel mit den getroffenen Maßnahmen nicht zu erreichen ist. Es geht vielmehr darum, die Volksseele zu beruhigen und die medial angefachte Angst durch die Vortäuschung angeblicher Sicherheit zu dämpfen. Das einzige, was unter dem Strich wirklich sicherer geworden ist, sind die Innenminister-Posten.

Schlussfolgerung und Appell:

Zusammenfassend lässt sich folgendes schlussfolgern:

Es ist für Halter von Hunden bestimmter Rassen schlichtweg kaum noch möglich, die verschiedenen gesetzlichen Regelungen sogenannte „gefährliche Hunde“ betreffend zu überblicken. Allein das Verlassen des eigenen Bundeslandes erfordert mehrstündiges Studium der betreffenden Gesetze und Verordnungen sowie der zugehörigen Verwaltungsvorschriften. Teilweise gestaltet sich schon das Überschreiten der Gemeindegrenzen – z.B. bei einem Spaziergang – als schwierig, da einige Sachverhalte in den Regelungsbereich der Gemeinden fallen. Ein Umzug innerhalb Deutschlands ist vielfach gar nicht möglich, da nicht jedes Bundesland die Haltung des eigenen Hundes gestattet. Hier ist ganz klar das Grundrecht auf Freizügigkeit nach Artikel 11 des Grundgesetzes verletzt.

Die Beschränkungen, die sich aus dem HundVerbrEinfG und den Zuchtverboten der einzelnen Länder sowie der Erschwernis der Haltung aufgrund vieler direkter und indirekter Folgen der verschiedenen Regelungen ergeben, verringern die Kontrollierbarkeit von Zucht und Vermehrung der Rassen und fördern illegale, unkontrollierbare Vermehrung ohne Augenmerk auf Wesen und Gesundheit. Sie verringern den verfügbaren Genpool und schwächen die Position verantwortungsvoller Züchter. Nur die Förderung von Verantwortung in der Zucht, wie beispielsweise durch die Verhaltensüberprüfungen im VdH schon begonnen, verringert langfristig die von allen Hunden ausgehende Gefahr und verbessert die Kontrollierbarkeit der Hundepopulation in Deutschland.

Eine hauptsächlich rassebezogene Definition von Gefährlichkeit widerspricht allen wissenschaftlichen Fakten und ist auch nach 13 Jahren Rassegesetzen auf Bundesebene sowie über 20 Jahren auf Länderebene nicht beweisbar. Nach wie vor wird von einer „Vermutung der Gefährlichkeit“ gesprochen, höchstrichterliche Anordnungen zur Kontrolle dieser Vermutungen wurden nicht umgesetzt – stattdessen wurde an Regelungen festgehalten, die tausende Tiere das Leben gekostet und tausende persönliche Schicksale herbeigeführt hat.

Eine solche Regelung stellt eine Gefährdung der Bevölkerung dar, weil eine vermeintliche Sicherheit vorgetäuscht wird und gleichzeitig andere Hunde aufgrund ihrer Rasse aus dem Fokus der Beobachtung geraten. Gefährlichkeit ist ein von vielen Faktoren abhängiges

Phänomen und muss von einem verantwortungsvollen Gesetz- und Verordnungsgeber auch als solches behandelt werden.

Aus diesem Grund appelliere ich an die Adressaten dieses Schreibens:

  • Streben Sie eine Abkehr vom föderalistischen Prinzip der Gefährlichkeitsdefinition an, die jeder Vernunft und Gerechtigkeit entgegensteht. Die Gefährlichkeit einer Hund- Halter-Konstellation hängt von einer ganzen Reihe verschiedener Faktoren ab – aber keinesfalls davon, auf welchem Hoheitsgebiet der Hund sich befindet!
  • Wenden Sie sich von einer rein rassebezogenen Definition von Aggressivität und Gefährlichkeit ab! Wie beschrieben ist Gefährlichkeit ein multifaktorielles „Gebilde“ und die Konzentration auf nur einen einzigen Teilaspekt birgt die Gefahr, sich und die Bevölkerung in einer falschen Sicherheit zu wiegen, indem man andere Faktoren ignoriert.
  • Schaffen Sie die Mehrfachdefinition der Gefährlichkeit in verschiedenen Regelungsbereichen ab! Es kann nicht sein, dass ein sicherheitsrechtlich nachgewiesen ungefährlicher Hund steuerlich aufgrund seiner Rasse als gefährlich gilt!
  • Ermöglichen Sie eine verantwortungsvolle, wesensorientierte und kontrollierbare Zucht der betroffenen Rassen, indem Sie die Repressalien aus Importverbot und Landesregelungen aufheben! Unkontrollierte, illegale Zucht sorgt dafür, dass wesensschwache Hunde ihr Erbgut vermehrt weitergeben und dadurch das Gefahrenpotential – egal welcher Rasse – erhöhen.
  • Stoppen Sie die teilweise bestehenden Kastrationspflichten für mutmaßlich gefährliche Rassen! Eine Pauschalkastration steht dem Gedanken des Tierschutzgesetzes entgegen und verursacht durch den Eingriff in den Hormonhaushalt des Tieres nicht kontrollierbare Verhaltensänderungen!
  • Streben Sie eine Aufklärung der Bevölkerung an, statt auf die wählerstimmenträchtigen Angstszenarien der Boulevardpresse zu zählen! Politik ist dem Wohl des Volkes verpflichtet, nicht einer Vorspiegelung falscher Sicherheit, die sich besser vermarkten lässt.
  • Forcieren Sie eine generelle, rasseunabhängige, bundesweite und zentralisierte Registrierungspflicht für Hunde verbunden mit einer generellen Anzeigepflicht für Welpen. Nur so ist es möglich, die Herkunft eines Tieres nachzuvollziehen und eine unkontrollierte, möglicherweise illegale, Vermehrung einzudämmen.
  • Schaffen Sie einen Anreiz für eine gezielte Ausbildung jedes Hundes! Positives Engagement muss honoriert werden. Denkbar sind Steuererleichterungen beim Ablegen einer Begleithundeprüfung nach dem Vorbild von Frankfurt/Main. Auch

wenn Sie nicht direkt für die Steuerpolitik zuständig sind, wirken Sie auf Ihre Politikerkollegen ein und sprechen Sie Empfehlungen für die Verwaltung aus!

• Kommen Sie Ihrer Beobachtungs- und Kontrollpflicht nach und lassen Sie moderne wissenschaftliche Fakten in Ihre Entscheidungen einfließen! Auch nach mehr als zwei Jahrzehnten rassebasierter Gesetzgebung sprechen die meisten Verordnungen und Gesetze von einer „(un)widerleglichen Gefährlichkeitsvermutung“. Für eine schnelle Abwehr vermeintlicher Gefahren für die Bevölkerung mag eine Vermutung eine ausreichende Entscheidungsgrundlage sein, sie darf aber nicht zur Basis einer dauerhaften Gesetzgebung werden, die das Schicksal von Menschen und Tieren derart massiv beeinflusst.

Mir ist bewusst, dass Recht und Gerechtigkeit nicht identisch sind. Mir ist auch bewusst, dass die Gleichheit vor dem Gesetz gern geopfert wird, solange nur die Begründung stimmt – egal, ob sie stichhaltig ist. Aber all diese Gründe rechtfertigen keine Willkür, sie rechtfertigen kein „Aussitzen“ seitens Verwaltung und Judikative in der Hoffnung, der Bürger möge aufgrund finanzieller, zeitlicher oder psychischer Überlastung nachgeben oder der Hund möge vor dem Fällen einer rechtmäßigen Entscheidung sterben.

Ich appelliere deshalb an Ihre Vernunft, an Ihren Gerechtigkeitssinn und an Ihre Verantwortung als Volksvertreter, sich für eine wissenschaftlich fundierte, gerechte und effektive Gesetzgebung einzusetzen, sich nicht zum Instrument von Boulevardmedien und Hysteriekampagnen machen zu lassen und keine nur auf Stimmenfang und Popularität angelegte Politik zu machen.

Ich möchte diesen Brief mit einem Zitat der bereits mehrfach genannten Ethologin und

Fachtierärztin für Verhaltenskunde, Frau Dr. Feddersen-Petersen, abschließen:

»Die Benennung „gefährlicher Rassen“ stellt den Hund als alleinigen Verursacher eines menschengefährdenden Verhaltens dar und seine Maßnahmen betreffen nur den Hund. Der Mensch, der jede Hundezucht und Hundeentwicklung beeinflusst, rückt bei dieser Art der Reglementierung bedenklich in den Hintergrund. […]

„Gefährlichkeit“, ein unbestimmter Rechtsbegriff, sollte nicht präventiv an bestimmten Rassen oder Hunden bestimmter Größe, sondern an individuellen Merkmalen festgemacht werden, denn die Variabilität innerhalb der Rassen ist in Bezug auf Verhaltensdispositionen groß (Zuchtlinien) und Verhalten entwickelt sich zudem in differenzierter Wechselwirkung aus Anlage und Umwelteinflüssen.
Es ist daher sinnlos, die Zucht bzw. die Haltung bestimmter Rassen zu verbieten oder ihre Haltung von vornherein bestimmten Restriktionen zu unterwerfen. Der Missbrauch von Hunden wird so nicht gelöst, ebenso wenig wie das Problem der Menschengefährdung. «

Hochachtungsvoll,
hettwer
Frank Hettwer

 

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Liebe Tierschützer und Interessenten,

da die Molosser-Vermittlungshilfe aus allen Nähten platzt (vor allem mit Hunden, die gar keine Molosser sind 😉 ) haben wir nun endlich eine eigene Seite nur für Listenhunde eingerichtet:

die Kampfschmuser-Vermittlungshilfe!

Grundidee ist, dass Tierheime und Tierschutzorgas (sowie unter bestimmten Voraussetzungen auch Privatvermittler) hier die Möglichkeit haben, selber Hunde folgender Rassen und ihrer Rassemischungen einzustellen:

  • American Staffordshire Terrier
  • American Pitbull Terrier
  • Bullterrier
  • Staffordshire Bullterrier

 

Auf der übersichtlichen KVH-Seite haben Interessenten die Möglichkeit, in aller Ruhe zu stöbern und nach ganz bestimmten Kriterien nach dem zu ihnen passenden Hund zu suchen…. statt sich zeitaufwändig durch die verschiedensten Tierheim- und Tierschutzseiten zu clicken, immer in der Hoffnung, per Zufall auf ihren Traumhund zu stoßen.

Je mehr Orgas unser Projekt unterstützen und ihre Sorgenfelle bei der KVH einstellen, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass bundesweit Hunde und Menschen zusammengebracht und glücklich gemacht werden können!

Die ersten Hunde sind online…weitere folgen, da wir die bei der Molosser-Vermittlungshilfe vorgestellten Staffies, Pitties & Co. auf die Kampfschmuser-Vermittlungshilfe umziehen lassen werden.

Sollten euch Idee und Umsetzung gefallen, würden wir uns freuen, wenn ihr uns weiterempfehlt und die KVH all euren TS-Kontakten nennt, die Hunde der besonders diskriminierten Rassen in der Vermittlung haben.

Und da so manch einem sicher der ein oder andere Hund im Logo bekannt vorkommt 😉 , möchten wir uns an dieser Stelle noch ganz herzlich bei Silvia für das Foto ihres Bullterriers Momo bedanken sowie bei den Tierheimen Gießen, Offenbach, Rüsselsheim und Zweibrücken für die Bereitstellung der Bilder ihrer Schützlinge!

Außerdem möchten wir uns bei Caro und Baddy von der Kampfschmusergemeinde bedanken, die sich in all den Jahren mit ihrem Forum sehr für die o.g. Rassen eingesetzt und so auch einen liebevollen Begriff für Listenhunde geprägt haben, den (fast) jeder kennt und schätzt. Die KSG stand somit unwissentlich mit ihrem Namen Pate für unser Projekt und wir hoffen, dass auch ihnen gefällt, was wir hier „gebastelt“ haben.

Wir bedanken uns außerdem bei allen, die uns in den vergangenen Monaten und Wochen Mut gemacht und uns unterstützt haben.

Auf eine gute Zusammenarbeit!

Euer Team von der

Kampfschmuser-Vermittlungshilfe

http://www.kampfschmuser-vermittlungshilfe.de

 

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Update 12. September 2012: Chola wird immer noch unermüdlich gesucht!

Update 20. Juni 2012: Chola wird immer noch vermisst…. 😥  

11. Januar 2012:

Facebook-Link:

http://www.facebook.com/pages/HUENDIN-CHOLA-VERMISST/278342198874796

 

 

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TASSO-Newsletter

 

Initiative „Stoppt die Hundesteuer!“

Nur Deutschland, Österreich und Namibia sehen Hunde als Luxusgut an und besteuern Vierbeiner aus diesem Grund. Zahlreiche Staaten wie England, Frankreich, Italien, Spanien, Schweden und Dänemark hingegen haben die Hundesteuer längst abgeschafft. Der Unmut gegen die umstrittene Sondersteuer wächst auch in Deutschland: Klagen gegen Hundesteuerbescheide nehmen sprunghaft zu. Ein Rechtsanwalt klagt sogar vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg, weil die Hundesteuer seiner Ansicht nach gegen die Europäische Menschenrechtskonvention verstößt.

TASSO, das Lifestyle-Magazin für Hundefreunde DOGS, der Deutsche Tierschutzbund und der Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) haben jetzt eine gemeinsame Initiative „Stoppt die Hundesteuer“ gestartet. Ziel ist es, mehr öffentliches Interesse für dieses Thema zu schaffen, über die Ungerechtigkeit der Abgabe aufzuklären und die Gerichte aufzufordern, sich mit der Angelegenheit zeitnah und umfassend auseinanderzusetzen.

Weitere Informationen zum Hintergrund dieser spannenden Initiative finden Sie auf: www.dogs-magazin.de

Dort können Sie auch Ihre Stimme gegen die Hundesteuer abgeben.

© Copyright TASSO e.V.

 

 

 

 

 

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TASSO-Newsletter

TASSO warnt vor Reisen nach Dänemark

Privatpersonen dürfen freilaufende Haustiere auf ihrem Grundbesitz erschießen 

Ein 140 Jahre altes Gesetz sorgt seit Wochen in Dänemark für kontroverse Diskussionen in der Öffentlichkeit. Das Feld- und Weggesetz von 1872 (mark- og vejloven) erlaubt es dänischen Grundstückseigentümern, also Privatpersonen, unter bestimmten Voraussetzungen, freilaufende Hunde und Katzen auf ihrem Grundstück zu erschießen. Die ersten Fälle von erschossenen Haustieren gibt es bereits.

Da dieses Gesetz auch deutsche Touristen mit ihren Hunden betrifft, hat TASSO die aktuellen Vorfälle in Dänemark zum Anlass genommen, die Dänische Botschaft in Berlin um eine Stellungnahme zu den umstrittenen Regelungen zu bitten. Die politische Absicht einer raschen Änderung des Gesetzes ist dem insgesamt eher substanzlosen Antwortschreiben der Botschaft jedoch nicht zu entnehmen.

„Angesichts der geltenden Rechtslage kann Hundehaltern gegenwärtig nur von einem Urlaub in Dänemark abgeraten werden, denn niemand kann mit Sicherheit ausschließen, dass der eigene Vierbeiner zufällig ein fremdes Grundstück betritt oder überquert“, sagt Mike Ruckelshaus, tierschutzpolitischer Sprecher bei TASSO. „Die dänische Regierung sollte nun umgehend eine Novellierung dieses feudalherrschaftlich anmutenden Gesetzes vornehmen, denn sonst wird das Image Dänemarks als hundefreundliches Ferienland langfristig großen Schaden nehmen.“

Weitere Informationen und die Antwort der dänischen Botschaft auf unsere Anfrage finden Sie unter www.tasso.net/Daenemark

 

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Mit Genehmigung der Autorin: Martina Wald (Hundehilfe Eifel, im Januar 2010)

Als ich 1977 nach langer Überzeugungsarbeit und ebenso langer privater Betreuung so mancher Nachbarshunde von meinen Eltern die Zusage für einen eigenen Hund bekam, war ich überglücklich. Wir fuhren in das nächstgelegene städtische Tierheim und stellten fest, dass wir auf das, was uns erwartete, in keinster Weise vorbereitet waren.

Damals hatte Tierschutz noch einen ganz anderen Stellenwert in der Gesellschaft: Wohin man sah war es dreckig, nass und verkotet. Tierhaltung ist – keine Frage – nicht immer klinisch rein, aber dies hier war einfach nur erschreckend. Die Hunde standen diesem ersten Eindruck in Nichts nach. Sie fristeten ihr Dasein in überfüllten Zwingern, begleitet von ohrenbetäubendem Gebell. Neben flehenden Blicken, einer Vielzahl völlig verängstigter und sich selbst aufgebender Hunde in den hintersten Ecken waren Mobbing und Beißereien unter den Hunden an der Tagesordnung und somit Normalzustand.

Informationen, abseits vom bekannten oder geschätzten Alter des einzelnen Hundes hinaus, gab es keine. Wir gingen durch die Zwingergänge, erschüttert und dennoch entschlossen, wenigstens einen Hund dort herauszuholen. Wir sahen Timmy, einen schwarzen mittelgroßen „Irgendetwas-Mix“. Laut Tierheimpersonal ein Fundtier, Einschätzungen zum Hund lagen nicht vor. Wir sagten „den möchten wir gerne“, daraufhin wurde er angeleint, wir gingen samt Hund schnurstraks ins Tierheimbüro, füllten einen Vertrag aus, und bezahlten. Nun durften wir Timmy sofort mitnehmen – ohne persönliches Gespräch zwecks Einschätzung unserer Hundeerfahrung, ohne Vorkontrolle, ohne Nachkontrolle.

Anspruch & Wirklichkeit

Man sollte meinen, dass über 30 Jahre später solche Vermittlungsabläufe längst ihr Ende gefunden haben. Man sagt, dass man „erfahren“ ist, hinterlässt einen „netten“ Eindruck, legt das Geld auf den Tisch und fährt mit Hund wieder nach Hause. Familienzuwachs im Schnelldurchlauf…

Kaum ein Tierschutzverein, der heute nicht auf seiner Internetseite mit einer Vorkontrolle wirbt als Zeichen seiner Seriosität, ganz dem Wohle des Hundes verpflichtet. Doch was genau ist eigentlich eine Vorkontrolle? Die deutsche Sprache versteht sich leider nicht von selbst; sie unterliegt einer Interpretation, dazu in aller Regel auch noch einer subjektiven … jeder versteht unter Vorkontrolle offensichtlich etwas höchst Eigenes. Der Zweck, den eine Vorkontrolle erfüllen soll, variiert je nach Tierschutzverein bzw. dem zuständigen Vermittler und dessen Ansprüche an eine seriöse Vermittlung, welche allen Seiten – Tierschutz/Hund/neuer Halter – gleichermaßen gerecht werden soll(te).

Vorkontrolle – schon die Bezeichnung ist ein spöttisches Wortspiel, denn „kontrolliert“ werden will eigentlich niemand. Der Begriff an sich assoziiert eher etwas Negatives, was so manchen Interessenten zurückschrecken bzw. ihn eine „was-fällt-denen-denn-ein? Ich-hatte-schließlich-schon-immer-Hunde“- Haltung einnehmen lässt. So wird dann schnell aus einer Vorkontrolle ein Beschwichtigungsversuch à la „Nein, nein … wir wollen nur einfach mal vorbei schauen und uns vergewissern, dass alles in Ordnung ist.“

Eine Vorkontrolle im eigentlichen Sinne und um dem Zweck zu dienen, dessen sie überhaupt ein Werkzeug des Tierschutzes geworden ist, beinhaltet aber genau das: eine KONTROLLE von harten und weichen Fakten; von Wohnverhältnissen einerseits und einer sachkundigen Einschätzung der (Hunde)-Erfahrung des Halters andererseits. Letzteres wiederum lässt sich weitestgehend nur dann verlässlich vornehmen, wenn man die Erfahrungen der Halter mit dem Wesen/Charakter/ Verhalten/Triebveranlagung des auserkorenen Hundes abgleichen kann. Welche bestimmten Erfahrungen bringt HALTER A für HUND B mit? Und nicht… hat er Erfahrungen MIT HUNDEN? [Das wäre so, als würde man in ein Schuhgeschäft gehen und nach Schuhen fragen, ohne angeben zu wollen, für welchen Anlass. Turnschuhe sind eine prima Sache, aber eben nicht für den Besuch einer Oper.]

Um verlässlich das „Gesamtpaket“ (Erfahrungen/Fähigkeiten der Halter nebst vorhandenen Umwelt-/Alltagseinflüssen) beurteilen zu können, muss man diese vor dem Hintergrund einer entsprechenden Ausgangslage (hier: des zu vermittelnden Hundes, nicht IRGENDEINES Hundes) sehen. Ansonsten bliebe nur die Möglichkeit einer Pauschalbeurteilung der Halter, was wiederum keine zuverlässige Aussage über die Eignung für einen INDIVIDUELLEN, aber „unbekannten“ Hund zulässt.

Eine Vorkontrolle sollte nicht „irgendetwas“ sein und zum pflichtgetreuen Alibi verkommen. Sie stellt vorrangig die PFLICHT des Vermittlers/des Tierschutzvereins in den Vordergrund, im Zeitpunkt der Vermittlung mehr wissen „zu müssen“ als der Interessent selbst – speziell hinsichtlich des zu vermittelnden Hundes einerseits und der für DIESEN Hund benötigten Kenntnis über Hundeverhalten/Hundesprache/“Problemzonen“ (je nachdem, welche Anforderungen der zu vermittelnde Hund stellt) andererseits. Denn wer letztendlich darüber entscheidet, wohin ein Hund geht und auf dessen Angaben sich ein Interessent auch verlässt (und sich auch mit gutem Gewissen verlassen können muss…), kann sich dieser Verantwortung nicht mit Halbwissen oder naiver Tierliebe entziehen.

(Vor-)Kontrolle bedeutet auch, Ereignisse bzw. Entwicklungen tendenziell voraussehen zu können oder auch bereits eingetretene Entwicklungen erklären zu können. Spätestens daran scheitern die meisten Vorkontrollen heutzutage…

Verantwortung ohne Wissensfundament

Jeder „Job“ setzt Erfahrung voraus, meistens sogar eine Ausbildung, egal in welcher Form und von welcher Dauer. Jedoch… Vorkontrollen kann jeder übernehmen. Jeder, der gerade Zeit hat und sich „anbietet“. Je nach Notlage des vermittelnden Vereins („wer kann für uns DRINGEND eine VK in XY übernehmen… haben immer noch niemanden gefunden und der Hund kann morgen schon fliegen…“) wird demzufolge auch „jeder“ genommen. Bietet man sich zur Vorkontrolle an und erwähnt, dass man selber schon immer Hunde hatte, stirbt bereits hier jede gesunde Skepsis seitens der meisten Tierschutzvereine. Da wird flugs ein bei der Vorkontrolle abzuarbeitender Fragebogen an die Hand gegeben und schon geht´s los. Antworten werden stupide und ohne sachkundige Interpretation oder Nachfrage notiert – die Vorgehensweise lässt oftmals an eine dieser Telefonumfragen erinnern: „Haben Sie bereits Hundeerfahrung? Ja oder Nein? Würden Sie einen Hund abgeben, wenn er Probleme bereitet? Ja oder Nein?“. Standardwerke ohne „Seele“… ohne Kenntnis-Tiefgang. Aber… man kann stolz verkünden: Vorkontrolle durchgeführt – Ergebnis: selbstverständlich wunderbar!

Manche Vorkontrolle birgt das unfreiwillige Potenzial einer lustigen Klassenfahrt: wenig Lebenserfahrung, zweifelhafte Naivität gepaart mit dem Willen, die Welt zu verändern. Ohne Substanz, ohne Objektivität, ohne Pragmatismus. Die Feierlichkeiten beginnen mit dem leckeren Kaffee und hören beim lustigen Schwank aus der Jugend auf. Der eigentliche „Job“, DIESE Interessenten vorbehaltlos und objektiv (egal, ob sehr sympathisch oder nicht) in Bezug auf DIESEN Hund einzuschätzen, bleibt auf der Strecke. Aber scheen war´s…

Ganz traditionell geht´s dann auch weiter… keine Seltenheit, dass das Ergebnis einer Vorkontrolle mit kurzen, inhaltslosen Halbsätzen an den Vermittler weitergeleitet wird: „war alles in Ordnung… nette Leute“. Und es gibt genug Vermittler, die mit 6 Worten mehr als zufrieden sind: das Alibi – es lebe hoch!

Seriöse Vorkontrolleure nehmen in dieser Hinsicht auch heute noch immer eine Vorreiter-Position ein. Fragen sie gezielt auf die Anfrage nach einer Vorkontrolle beim Vermittler nach, welche Informationen a) bereits über den Interessenten vorliegen und b) welche Anforderungen der zu vermittelnde Hund stellt bzw. wie dieser vom Verein eingeschätzt wird, dann hört man schon einmal ganz schnell: „Wieso wollen Sie das wissen…? Sie sollen doch einfach nur schauen, ob diese Leute o.K. sind!“. Kein Wort zum Hund… was in den meisten Fällen auch nicht wirklich überrascht, denn diesen kennen die Vermittler oftmals gar nicht; die Pflegestellen (sofern der Hund überhaupt auf einer solchen ist – meistens weilt er noch im Ausland oder beim derzeitigen Halter, der ihn möglichst gestern schon loswerden wollte…) halten sich bedeckt oder dürfen mitunter keine Auskunft geben oder sie sind selbst nicht in der Lage, den Hund adäquat einzuschätzen.

Manche erfahrene Vorkontrolleure mit dem Anspruch, diese Aufgabe (gemessen an der Tragweite der Verantwortung für Hund und Halter in spe) auch zweckdienlich zu erfüllen, werden unter der Hand – bereits namentlich stigmatisiert – innerhalb der Vereine „weitergereicht“ („Frag bloß nicht den/die, der ist immer so kritisch und empfiehlt zu oft, keinen Hund dorthin zu vermitteln…“). Man sucht also mitunter ganz gezielt nach jemanden, der die Vorkontrolle quasi durchwinkt, damit man mit „gutem Gewissen“ möglichst zügig einen Hund vermitteln kann. Die Qualität und damit das Verantwortungsbewusstsein gegenüber dem Hund und letztendlich auch dem Halter in spe bleiben auf der Strecke. Leider, leider… werden Vermittlungen, die zwangsläufig im Nachhinein aufgrund unsorgfältiger Vorkontrollen scheitern/scheitern müssen, nicht öffentlich. Kommt ein Hund in die Vermittlung zurück und wird dieser Umstand tatsächlich explizit erwähnt (was immer noch die Ausnahme ist…), liegt es selbstverständlich an den „unfähigen“ Haltern, die sich einfach keine Mühe gegeben haben. Tatsächlich? Ob sich diese Halter wirklich für DIESEN Hund entschieden hätten, hätte man ihnen im Rahmen der Vorgespräche und letztendlich der Vorkontrolle als alles entscheidende Instanz zeigen können, was DIESER Hund an Erfahrung voraussetzt….? Oder wenn man Sätze der Halter à la „doch, doch, das schaffen wir schon…“ mit etwas mehr Hundesachverstand und –erfahrung kritischer hinterfragt und ggf. sogar von einer Vermittlung Abstand genommen hätte…?

Echte Vorreiter haben aber – wie so oft im Leben – immer mit Spöttern zu kämpfen, oder Vorurteilen, oder, oder… Die Zahl der zunehmenden Fehlvermittlungen, Rückläufern, Umplatzierung von Hunden von Pflegestelle zu Pflegestelle, Rücktransport (z.B. von Auslandshunden in ihr Heimatland als letzte, als ultimative Möglichkeit für so manchen Verein), spricht aber eine andere, sehr deutliche Sprache. Es hat mitnichten etwas mit einem Anspruch auf Perfektion zu tun, wenn sich seriöse Tierschutzvereine, Vermittler und Vorkontrolleure dafür aussprechen, wohlwollend aber kritisch das Werkzeug der Vorkontrolle zu nutzen. Es ist niemanden damit gedient, einen „unpassenden“ Hund in eine „nette“ Familie zu vermitteln an dessen Ende beide Parteien überfordert und unglücklich sind. Eine richtige Partnerschaft muss „passen“ oder man muss dazu lernen, damit sie „passt“. Dieses Dazulernen muss aber realistischerweise auch möglich sein und nicht an bereits erkennbaren Umständen scheitern. Um sich dann vereinsseitig mit einer achselzuckenden Feststellung „… hätte ja auch klappen können, wenn…“ herauszureden.

Da scheitern Vermittlungen, die bereits im Vorfeld zum Scheitern verurteilt waren… und niemand hat es kommen sehen: nicht der Vermittler, nicht der Vorkontrolleur, nicht der Halter selbst, obwohl…

Der Halter gerade arbeitslos ist, gegenwärtig viel Zeit für einen Hund hat… und ihn auch vermittelt bekommt. Nach 3 Wochen steht der Hund wieder auf der HP des Vereins XY: „… sucht leider aus berufsbedingten Gründen wieder ein neues Zuhause.“ Bedarf es hellseherischer Fähigkeiten, um in Erwägung zu ziehen, dass man – gerade arbeitslos – genauso gut gerade wieder Arbeit bekommen kann…?

Der Hund, zugehörig einer Jagdhundrasse, wieder abgegeben wird, weil er die Kaninchen der Familie jagt. Nun wird vom Verein eine Familie „ohne Kleintiere“ gesucht. Wieso wird die Familie – spätestens bei der Vorkontrolle – nicht auf ihre Kenntnisse und Erfahrungen hinsichtlich der Kontrolle eines Jagdtriebes überprüft? Wieso „glaubt“ man mündlichen Versicherungen, das „schon zu schaffen“, anstatt sich als Vorkontrolleur durch genaues, gezieltes Hinterfragen über das „wie denn…?“ ein besseres Bild über die Kenntnisse der Halter zu machen?

Ein sehr agiler, junger, arbeitstriebiger Hund an ein älteres Ehepaar vermittelt wird, das lt. Vorkontrolle einen „wunderbaren, großen, eingezäunten Garten“ besitzt, in dem der Hund nach „Herzenslust“ toben kann. Der Hund wurde nach weniger als 4 Wochen zurückgegeben, weil die Halter auf den Spaziergängen total mit dem Hund überfordert waren und im Garten – nunmehr einzige Betätigungsquelle des Hundes – im Alleingang, alles verbellt und gejagt wurde (einschließlich Passanten und Nachbarn). Nicht „vorhersehbar“….?

Der Vermittlungshund des Tierschutzvereines XY zum dritten Mal innerhalb der Pflegestellen umgesetzt wird, weil niemand Erfahrung mit einem „Schutz- bzw. Territorialtrieb“ und seinen Auswirkungen (wenn unkontrolliert) hat. Da es wieder einmal DRINGENDST ist, wird die erstbeste Pflegestelle, die sich meldet, mit offenen Armen empfangen… und bekommt den Hund als Pflegestelle Nr. 4. Kritische Überprüfung, ob nun wenigstens DIESE Pflegestelle die notwendige Erfahrung mitbringt… unerwünscht und auch nicht möglich, wenn man als Verein derart mit dem Rücken zur Wand steht.

Ein Welpe als „Spielkamerad“ zu einer 10-jährigen, an HD-leidenden Hündin vermittelt wird und man „überrascht“ ist, dass die alte Hündin sich nicht mit dem aufdringlichen Welpen („der will doch nur spielen…“) versteht und ihn regelmäßig wegbeisst. Halter unerfahren – Vermittler/Vorkontrolleur ebenso!

Diese Liste der „typischen“ Ursachen, warum Vermittlungen aufgrund von Laxheit, Unerfahrenheit oder oftmals auch aufgrund mangelnder Sorgfaltspflicht der Tierschutzparteien selbst scheitern, wäre ellenlang… und sie wächst jeden Tag.

Die „zweckdienliche“ Vorkontrolle bedeutet Arbeit & Ahnung – nicht nur „lecker Kaffee trinken“…

Gute (sprich: aussagefähige) Vorkontrollen haben mittlerweile Seltenheitswert. Aber es gibt sie, Gott sei Dank. Viele Tierschutzvereine haben sich fachlich und organisatorisch bewusst so aufgestellt, dass sie alle Möglichkeiten haben, diese mit Sinn und Verstand durchzuführen, ggf. eine Vermittlung abzulehnen oder vor Ort persönliche Hilfe zu gewährleisten, falls ein Halter zwar geeignet ist, aber ggf. Hilfestellung am Anfang benötigt. Solche Vereine prüfen nicht nur die harten Fakten, sondern insbesondere auch die „weichen“ Fakten, also Erkenntnisse, die nicht objektiv quantifizierbare Merkmale enthalten, die aber einen großen Einfluss auf eine erfolgreiche Vermittlung haben. Harte Fakten lassen sich problemlos überprüfen: Wohnung oder Haus, wie groß ist der Garten, wie viele Personen leben im Haus, wie viele andere Tiere? etc…

Es sind die weichen Fakten, jene Dinge, die sich nicht in „Maßeinheiten“ beurteilen lassen, die eine sachkundige Vorkontrolle von einem Pseudo-Alibi-Besuch unterscheiden. Wie beurteilt man z.B. Hundeerfahrung? Wie lässt sich die Selbsteinschätzung eines Interessenten („ich hatte schon immer Hunde“) mit ggf. dem abgleichen, was man vor Ort zwischen Interessent und vorhandenem Hund sieht? Wie kann man dies beurteilen, wenn es noch keinen (Erst-)Hund vor Ort gibt oder der vorhandene Hund ein ganz anderer „Typ“ Hund ist als der zweite, um den man sich gerade bewirbt? Wie prüft man „Verantwortungsbewusstsein“ bei einem Menschen und was genau meint der Interessent, wenn er sagt, dass er bei Problemen mit dem Hund selbstverständlich bereit sei, in die Hundeschule zu gehen? Was hat die Aussage „wir würden NIE einen Hund abgeben“ für einen Wert?

Weiche Fakten sind immer aussagefähiger als harte Fakten; sie entscheiden über den Grundsatz, ob man jemandem „zutraut“, für den Hund X oder Y der oder die Richtige zu sein. Dies bedeutet, die Kombination und den Bezug von mehreren Elementen unter- und zueinander abzuwägen und zu berücksichtigen: einschlägige Erfahrung, Verantwortung, Geduld, Mitgefühl, Konsequenz, Sensibilität… Und hier zeigt sich dann auch gleich das nächste Problem: viele, die über Vermittlungen entscheiden bzw. zum Entscheidungsprozess beitragen, z.B. auch durch Vorkontrollen, sind unerfahren in dieser Hinsicht. Sie besitzen wenig bis keine Menschenkenntnis, können nicht „zwischen den Zeilen“ lesen und besitzen keinerlei Sensibilität oder kognitive Fähigkeiten, wenn es um die Einschätzung von Worten, Taten und Körpersprache ihres menschlichen Gegenübers geht. Sie sehen, was sie sehen wollen/können und fällen ihr Urteil. Oftmals reicht dennoch selbst dieses Maß an „Erfahrung“, um eine richtige Entscheidung zu treffen – nämlich immer dann, wenn der Hund die vorherige Pauschaleinschätzung („anspruchslos“) in der Tat erfüllt, quasi ein „Selbstläufer“ in jeder Hinsicht ist und die Halter vor keine nennenswerten Problematiken stellt.

Erkenntnisse einer sachkundigen Vorkontrolle beziehen sich nicht nur auf den präsenten IST-Zustand des z.B. vorhandenen Hundes, sondern auch auf eine verlässliche Prognose, wie wohl dieser „Typ Hund“ mit einem weiteren harmonieren würde. Neben den optimalen oder ggf. weniger optimalen Bedingungen einer Zweit-/Dritt-/Mehrhundehaltung gilt es herauszufinden, welches Maß an „Mehrverantwortung“ (für den Fall, dass es weniger harmonisch zugeht) damit vom Halter abverlangt wird. Mehrverantwortung, die eben nicht darin resultiert, dass man den Hund wieder abgibt („die mögen sich nicht wirklich – mein Hund will mich wohl doch ganz für mich alleine haben“), sondern Verantwortung im Sinne von Dazulernen (können und wollen!) um den Hunden ein konfliktfreies Miteinander zu ermöglichen.

Prognosen auch in Bezug auf die Beurteilung des jeweiligen Halters in spe: ist er bereits jetzt schon mit der „normalen“ Erziehung eines (seines) vorhandenen Hundes überfordert („der zieht immer so an der Leine und bellt gerne jeden fremden Hund an, und alleine bleiben kann er auch noch nicht – er ist ja erst 2 Jahre alt…“), dann sind dies keine befürwortenden Argumente, sich JETZT einen weiteren Hund dazu zu holen.

Es gibt NIE eine Garantie, dass ein Hund für immer – glücklich und zufrieden – bei seinem Halter bis an das Lebensende leben kann. Auch versierte Vereine/Vermittler/Vorkontrolleure sind keine Hellseher, aber vieles würde nicht passieren, wenn man eine Vermittlungseinschätzung von mehr Anspruch auf Qualität abhängig machen würde, als nur auf den netten Eindruck und die glaubhaften und auch meistens ernst gemeinten Beteuerungen der Interessenten zu vertrauen. Meldungen wie unter Animal Health Online zusammengetragen, sind nur ein BRUCHTEIL der Auswirkungen: Beißvorfälle, Hunde, die einschläfert werden, weil die Halter mit ihrer Aufsichts- und Sorgfaltspflicht überfordert waren; misshandelte und verwahrloste Tiere, weil die Zustände vor einer Vermittlung nicht geprüft wurden; Hunde, die Besitzer mittels eines qualvollen Tods entsorgen, weil irgendwo am Anfang einmal eine vorschnelle Vermittlung stand als Auftakt zum Wanderpokal… niemand hat es gewollt – aber auch niemand fühlt sich verantwortlich dafür.

Tierschutz bedeutet Verantwortung; Tierliebe auch…

Ein seriöser Tierschutzverein agiert ähnlich wie ein seriöses Unternehmen auf Mitarbeitersuche: es kennt die Anforderungen bis ins Detail, die an die Position XY gestellt werden und sucht aus den eingehenden Bewerbungen diejenige heraus, die die Anforderungen optimal erfüllt. Hier reicht es auch nicht, wenn der Bewerber versichert, er „könne den Job schon“ und habe schon immer „ähnliche Aufgaben“ erfüllt. Wenn das Unternehmen explizit nachfragt und nachprüft, ist es nicht „besserwisserisch“ oder „bevormundet“ den Bewerber, sondern stellt sicher, dass hier zusammenfindet, was auch zukünftig erfolgreich zusammen gehören soll … und zwar in dem Maße, dass ALLE Beteiligten zufrieden sind. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Die Beurteilung der Bewerber kann man nicht „jedermann“ anvertrauen, nur weil er/sie sich dafür anbietet und ins Spiel bringt. Wer beurteilen will, ob der Bewerber für die Stelle X auch wirklich geeignet ist, muss selber diese Aufgaben genauestens kennen oder jemanden zu Hilfe holen, der dies tut.

Hundehaltung hat sehr viel mit Respekt und Verantwortung zu tun: dem eigenen Hund gegenüber, dass er artgerecht aber auch abgesichert leben kann und darf; der Umwelt gegenüber, dass sie nicht belästigt oder geängstigt wird durch den eigenen Hund („der tut nix und es ist doch nicht so schlimm, wenn er an Ihrem Kind hochspringt…“) und auch allen ggf. weiteren vorhandenen Hunden im eigenen Hausstand gegenüber, denn der Abgabegrund der „Unverträglichkeit“ gegenüber vorhandenen Artgenossen nimmt ständig an Bedeutung zu.

Die Beurteilung des IST-Zustandes und daraus gewonnene Erkenntnisse als Basis für eine rationale Prognose, wie sich dieser Zustand unter veränderten Bedingungen weiter entwickelt (Zweithund zieht ins Haus oder erstmalig ein unsicherer, ängstlicher Hund…), das ist ebenfalls die Aufgabe einer Vorkontrolle, die ihren Namen zu Recht trägt. Alles andere ist Augenwischerei mit reiner Alibifunktion: Vorkontrolle durchgeführt – Erkenntnisse? Null! Aber, das wird schon gut gehen, gelle?! Naiver Optimismus contra vernunftsorientierter Realität – leider alles andere als eine Seltenheit im heutigen Tierschutz. Was das Risiko von Fehlentscheidungen nicht gerade vermindert…

Aus nachvollziehbaren Gründen werden die wirklichen Umstände und Ursachen von Fehlvermittlungen nicht veröffentlicht – jeder Verein oder betroffene Halter ist um Stillschweigen bemüht und wie groß und schnell wachsend die Zahl der Rückläufer wirklich ist, weiß man nur, wenn man „im Thema“ ist oder aus anderen Gründen regelmäßig mit Betroffenen zu tun hat. Die Fakten sind erschreckend… und die meisten Halter können einen seriösen von einem unseriösen Tierschutzverein erst dann unterscheiden, wenn sie selbst betroffen sind.

Tierschutzarbeit ist wichtig, in all ihren Facetten. Aber nur helfen wollen, reicht nicht. Es gibt Aufgabenbereiche, die erfordern entsprechende Erfahrungen und nicht nur Goodwill und Tierliebe. Die These „das ist das Beste, was wir leisten können unter den Umständen XY“ verdient heutzutage keine Absolution mehr. Manche Dinge tut man besser gar nicht, als nur „irgendwie“… Wenn man mit einer bestimmten Aufgabe, auch wenn sie „nur“ ein Ehrenamt darstellt, eine weitreichende Verantwortung für Tier & Mensch übernimmt, muss man dieser auch gerecht werden.

Es bleibt zu hoffen, dass durch die seit einiger Zeit an Intensität zunehmende Berichterstattung in den Medien und in der Presse die schwarzen Schafe zunehmend – auch namentlich – genannt werden, um weiteres Unheil zu verhindern.

  • Um Hundehaltern eine bessere Informationsbasis und objektivere Auswahlmöglichkeit zu bieten, BEVOR sie an den falschen Tierschutzverein geraten…
  • Um nicht alle Tierschutzvereine, kommunal wie privat, im In- oder Ausland tätig, über einen Kamm zu scheren und unter Generalverdacht zu stellen, sondern die Arbeit der seriösen Tierschützer auch als solche erkennbar zu machen für die breite Masse…
  • Um die Zahl der Rückläufer aufgrund sachkundiger Vorkontrollen zu minimieren, damit die tagtäglichen dringenden Hilferufe im Anschluss an eine Schnellvermittlung der Marke „passt schon…“ in den nächsten Jahren (wieder) weniger werden.

Vorkontrollen – mehr Schein als Sein…?

Seien wir ehrlich und realistisch: schwarze Schafe – auch im Tierschutz – gab es schon immer und wird es immer geben. Ebenso wie graue, die glauben, sie seien rein weiß und gar nicht erkennen, dass sie ihrer Verantwortung gegenüber ihren Vermittlungshunden und Interessenten uneinholbar hinterher hinken. Aber es gibt viele gute, seriöse Tierschutzvereine, die sich durch Professionalität und Fachkenntnisse abgrenzen vom Durchschnitts-Tierschutz-Allerlei. Die sehr erfahrene, verantwortungsbewusste Vermittler haben; die ihre Pflegestellen schulen, die ihre Vermittlungshunde in- und auswendig kennen; die sich Zeit nehmen, die Stärken und Schwächen der Interessenten auf eine „nette Art“ auf Herz und Nieren zu prüfen, damit niemand später eine unerwartete Überraschung erlebt. DAS ist für mich persönlich Tierschutz, in dem sich auch der Begriff der Tierliebe widerspiegelt.

Wir können nicht alle Hunde dieser Welt retten, obwohl wir das alle nur allzu gerne tun würden. Aber wir dürfen auch nicht das Wohl des einzelnen Hundes der Masse an Hunden im (N)Irgendwo opfern. Die Abstriche in einer Vermittlung von so manchen Tierschutzvereinen, die sich mit der Anzahl ihrer Vermittlungshunde selbst hoffnungslos überfordern… Abstriche, die so gerne mit der Aussage „Immer noch besser als…“ gemacht werden, sind sehr gefährlich und die Folgen dieser Kurzsicht in all ihren Ausprägungen lesen wir jeden Tag in der Zeitung, im Internet, im Fernsehen. Sie werfen ein schlechtes Licht nicht nur zunächst pauschal auf den Tierschutz im allgemeinen; sondern auch auf die betroffenen, aber „unverschuldeten“ Hunde: waren es früher die „super sozial verträglichen kleinen Hunde aus dem Süden“, die jeder wollte (aber in den ortsansässigen Tierheimen irgendwie nicht fand…), sind es heute immer öfter lt. pauschaler, undifferenzierter Presse die „Südländer, die Krankheiten und Seuchen einschleppen“ und sich schlecht oder gar nicht in den Trubel des hiesigen Alltags einfinden können. Die Stimmung schlägt um, nicht erst seit gestern, und die „Schuld“ daran trifft all jene, die unbedarft und von falsch verstandener Tierliebe beseelt JEDEN Hund in JEDERMANNs Hände vermitteln, solange diese nur einen netten Eindruck machen und… zahlen.

Es bleibt hierbei nicht nur die fachkundige Einschätzung des Hundes und der Interessenten gleichermaßen auf der Strecke, sondern darüber hinaus und viel zu oft auch noch die Gewährleistung für den geimpften, „gesunden Hund“.

Wo das zukünftig hinführen wird… darüber mag sich jeder seine eigenen Gedanken machen.

(Quelle: Hundehilfe Eifel)

 

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Fairplay im Tierschutz

14. Januar 2011

Da wir selber unlängst zu Unrecht angegriffen worden sind und von daher nur zu gut wissen, was es bedeutet, Opfer von Rufmordkampagnen anderer „Tierschützer“ zu werden, begrüßen wir diese Aktion von „Pfotenhilfe Europa“ und „Care 4 Life“ natürlich sehr!

An dieser Stelle möchten wir daher ihren Aufruf veröffentlichen und hoffen, dass sich recht viele im Tierschutz engagierte Personen diese Worte nicht nur zu Herzen nehmen, sondern auch danach handeln!

FAIRPLAY IM TIERSCHUTZ

Klickt man sich im Internet durch verschiedene Tierschutzseiten und einschlägige Foren, kommt man schnell zu der Einsicht, dass gegenseitige Akzeptanz, Fairness und Zusammenarbeit im Tierschutz für viele Fremdwörter sind.

Wie überall, wo Menschen zusammenarbeiten, gibt es Missverständnisse, die oft durch mangelnde Kommunikation noch verstärkt werden. Schnell werden Urteile gefällt, Personen, Mitglieder und Vereine angegriffen, in Foren übereinander hergezogen, ohne jemals Fakten darzulegen und ohne, dass die betreffende Person die Möglichkeit hat, selber Stellung zu beziehen.

Der Schaden für den Tierschutz ist enorm!

Wo einzelne sich profilieren wollen, wo Zusammenarbeit nicht möglich ist und wo Konkurrenzdenken und Neid den Blick auf das gemeinsame Ziel verstellen, dort sind am Ende immer die Tiere die Leid tragenden.

Wenn so genannte Tierschützer Schlammschlachten im Internet starten, anstatt mit Fakten aufzuwarten, führt das nur dazu, dass Spender abspringen, Pflegestellen nicht mehr zur Verfügung stehen oder die aktive Mitarbeit eingestellt wird. Aufgrund dieser allseits bekannten Querelen werden Tierschützer von Behörden in zunehmenden Maß nicht ernst genommen.

Kann das das Ziel sein?
Wir sagen Nein!

Wir möchten mit der Aktion „Fairplay im Tierschutz“ ein Zeichen setzen für einen fairen Umgang im Tierschutz.
Wir möchten dem Mobbing die rote Karte zeigen!

Unser Anliegen ist der Schutz der Tiere, hier soll kein Platz sein für Streitereien, Eifersucht, Gerüchte und Diffamierung! Auch wir sind nicht immer einer Meinung, aber wir haben für uns erkannt, dass es sich nicht lohnt, über andere zu urteilen, wir wollen unser Augenmerk lieber auf unsere Arbeit und die Tiere richten.

Sie können helfen, indem Sie dem Mobbing unter Tierschützern die rote Karte zeigen.

Die „rote Karte“ für Foren, emails und Rundschreiben sowie unser Aktionsbanner für Ihre Homepage finden Sie zum Download bei der Pfotenhilfe Europa.

Zeigen Sie Solidarität und und rufen Sie zusammen mit uns zu mehr Fairness im Namen der Tiere auf!

Vielen Dank!

Ihr Team der Pfotenhilfe-Europa und Care-4-life e.V.


 

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In eigener Sache

23. Juni 2010

In eigener Sache

Was die MVH ist, was unsere Ziele sind, was wir tun können und was NICHT, steht ziemlich klar auf der Startseite.

Allerdings sind es oft Kleinigkeiten, Gedankenlosigkeiten von Vermittlern, die uns verzweifeln lassen. Wir alle haben wenig Zeit, die meisten von uns arbeiten ganz normal, haben Familie und eigene Haustiere, jajaja, alles bekannt. Aber ist es denn wirklich zuviel verlangt, Vermittlungshunde wenigstens in den Grundzügen zu beschreiben?

Kleines Beispiel: Uns erreicht eine Mail mit fremdsprachigem Betreff, den wir gerade noch zuordnen können. (Die Mitarbeiterinnen der MVH sprechen insgesamt neben Deutsch noch Englisch, Französisch, Holländisch, Italienisch,  aber die verwendete Sprache gehört leider nicht dazu).

Außer einer Rasseangabe (über die man diskutieren kann…), schlechten Fotos und der Tatsache, dass es SCHRECKLICH EILIG ist, enthält die Mail aber leider nicht viel. Nicht mal die Namen der Hunde.

Auf Rückfrage erhalten wir immer noch nicht mehr von den wichtigen Informationen, auf die sich Interessenten gerade bei Auslands-Direktvermittlungen nun mal verlassen möchten. Wir stellen die Hunde jetzt so ein, wie wir sie bekommen haben – aber ob ihnen das viel hilft?? Wir wagen es zu bezweifeln, aber wir haben auch nicht die Zeit, eine Woche lang hinterherzufragen.

Und wir schreiben nicht zum Spaß den kleinen Hinweis am Ende der Hundebeschreibung. Ganz selten vermitteln wir mal selber einen Hund – normalerweise stammen aber Beschreibung, Bilder etc. vom Vermittler, und nur dieser hat das Recht, Interessenten abzulehnen oder anzunehmen.

Liebe abgelehnte Interessenten…. es hilft gar nichts, wenn Ihr uns beschimpft und die Vermittler verunglimpft, weil diese der Ansicht waren, dass es für den einen oder anderen Hund einen besseren Platz gibt.

So. Das musste mal raus. 99% der Vermittler, die uns um Hilfe gebeten haben, werden sich zu Recht nicht angesprochen fühlen.

Bitte: macht uns doch das Leben nicht noch schwerer! Wir möchten den Hunden helfen. Das machen wir gern, auf eigene Kosten, nach Ansicht zahlreicher Leute auch gut, und zu Zeiten, in denen andere einem netten, friedlichen Hobby nachgehen oder einfach mal relaxen. Wir bearbeiten und verbessern Bilder und oft auch Texte, suchen weitere Portale, in denen Hunde vorgestellt werden können, helfen mit Schutzverträgen  und Vorkontrollen etc. etc. etc.

Für alles andere sind wir (normalerweise) nicht zuständig.

 

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Wie konntest Du nur !

18. Oktober 2009

Als ich noch ein Welpe war, unterhielt ich dich mit meinen Mätzchen und brachte dich zum Lachen. Du nanntest mich „dein Kind“ und trotz einer Anzahl von gekauten Schuhen und einigen Sofakissen, die ich „ermordete“, wurde ich dein bester Freund. Wann immer ich „ungezogen“ war, zeigtest du mir mahnend den Zeigefinger und sagtest: „Wie konntest Du?“ – aber dann hattest du dich sofort erweichen lassen und rolltest mich zur Seite, um meinen Bauch zu kraulen. Meine Aufenthalte in der Wohnung wurden während deines Studiums immer länger, aber ich riss mich zusammen. Ich erinnere mich an jene Nächte, als ich mich an dich im Bett ganze nahe anschmiegte und dir zuhörte, wie du im Schlaf gesprochen hattest und ich glaubte, dass das Leben nicht vollkommener sein könnte. Wir gingen in den Park, um dort lange spazieren zu gehen oder um herumzutollen, wir fuhren mit dem Auto irgendwohin, kauften uns ein Eis (ich erhielt nur den Rest der Waffel mit ein wenig Eis, weil, „zuviel Eiscreme ist für Hunde nicht gesund“, sagtest Du), und ich hielt im Sonnenstrahl, der durch die Balkontüre ins Wohnzimmer hinein schien, ein langes Schläfchen und wartete so, bis du von der Arbeit nach Hause kamst.

Allmählich verbrachtes du mehr Zeit auf der Arbeit als zu Hause mit mir, um „Karriere“ zu machen. Auch verbrachtest du nun sehr viel Zeit damit, um einen „menschlichen Partner“ finden zu können. Ich wartete immer geduldig auf dich, tröstete dich bei Liebeskummer und deinen Enttäuschungen und freute mich ebenso mit dir, als du Erfolg bei einer Frau hattest. Sie, jetzt ist sie deine Ehefrau, ist kein „Hundeliebhaber“, aber trotzdem begrüßte ich sie in unserem Heim, respektiere sie und zeigte ihr, dass ich sie mag. Ich war glücklich, weil du glücklich warst!

Dann kam die Zeit, in der Babys zur Welt kamen. Ich teilte die Aufregung mit dir. Ich war von der glatten Haut und vom angenehmen Geruch des Babys fasziniert, so dass auch ich sie bemuttern wollte. Aber du und deine Frau dachten nur daran, dass ich den Kindern schaden und sie verletzen könnte. Daher musste ich die meiste Zeit nun verbannt in einem anderen Raum verbringen, Oh, wie ich sie lieben wollte, aber es war mir vergönnt, denn ich war ein „Gefangener der Liebe“. Während sie anfingen zu wachsen, wurde ich ihr Freund. Sie zogen an meinem Fell, griffen auf wackeligen Beinen nach mir, stießen ihre Finger in meine Augen, forschten an meinen Ohren und gaben mir Küsse auf meine Schnauze.

Ich liebte alles an ihnen, besonders ihre Berührungen, weil Deine so selten wurden. Ich war soweit, dass ich die Kinder notfalls mit meinem Leben verteidigen würde. Ich war soweit, in ihre Betten zu schleichen, um ihren Sorgen und geheimsten Träume zuzuhören. Zusammen mit ihnen das Motorengeräusch deines Autos zu erwarten, während du in die Einfahrt fuhrst.

Vor langer Zeit, als man dich fragte, ob du ein Haustier hättest, zogst du aus deiner Brieftasche ein Foto von mir und erzähltest mit vollem Stolz über mich. Die letzten Jahre antwortest du nur noch mit „Ja“ und wechselst das Thema. Ich war früher „Dein Hund“ und bin heute „nur ein Hund“!

Dann hattest Du eine neue Karrieregelegenheit in einer anderen Stadt, und du und deine Familie zogen in eine Wohnung, in der Haustiere nicht erlaubt waren. Du hattest für dich und deine Familie die richtige Entscheidung zu finden, obwohl es einmal eine Zeit gab, in der „ich“ deine Familie war.

Mann oh Mann, hatte die Autofahrt Spaß gemacht, bis ich bemerkte, wo wir angekommen waren. Es roch nach Hunden und Katzen, nach Furcht und nach Hoffnungslosigkeit. Du fülltest Papiere aus und sagtest, dass du wissen würdest, dass man ein gutes Heim für mich finden würde . Die beiden Damen hinter der Theke zuckten mit den Achseln und zeigten dir einen geschmerzten Blick. Sie verstanden die Wirklichkeit, der ein Hund mittleren Alters gegenüberstand, ja sogar ein Hund mit „Papieren“, Du hattest die Finger deines Sohnes von meinem Halsband lösen müssen, während er weinend schrie „Nein Papa, bitte lass mir meinen Hund nicht wegnehmen!“ Ich wunderte mich in diesem Moment nur, wie du ihm gerade Lektionen über Freundschaft und Loyalität, über Liebe und Verantwortlichkeit beibringen konntest. Zum Abschied gabst du mir einen Klaps auf den Kopf, vermiedest dabei, mir in meine Augen zu schauen und lehntest höflich ab, mein Halsband und meine Leine mitzunehmen. Du hattest einen Termin einzuhalten, nun habe ich auch einen! Kurz nachdem du gegangen warst, sagten die zwei netten Damen, dass du vermutlich Monate voraus vom Umzug wusstest und somit auch eine Möglichkeit vorhanden gewesen sein musste, einen „guten Platz“ für mich zu finden. Sie schüttelten ihre Köpfe und fragten sich … „Wie konntest Du?“

Die beiden netten Damen widmeten uns ihre ganze Aufmerksamkeit, wann immer es ihre Zeit zuließ. Sie fütterten uns täglich und ausreichend, aber ich verlor meinen Appetit bereits vor Tage. Anfangs, wann immer jemand an meinen Gehege vorbei ging, hetzte ich zur Frontseite und hoffte, dass du es bist, dass du deine Meinung geändert hättest und dass alles nur ein böser Traum war, oder ich hoffte, dass es zumindest jemand sein würde, der mich mögen könnte, der mich retten würde.

Aber die Wahrheit war, dass ich es nicht mit den liebenswerten, kleinen und so tolpatischen Welpen aufnehmen konnte. Weltvergessen in meinem eigenen Schicksal zog ich mich in einer weichen Ecke zurück und wartete ab.

Eines Tages, es war am Nachmittag, hörte ich Schritte. Man holte mich ab, ich ging über einen langen Korridor, bis ich an dessen Ende einen Raum betrat. Es war ein seliger, ruhiger Raum. Die Frau platzierte mich auf einen Tisch, kraulte meine Ohren und erklärt mir, dass ich mich nicht zu sorgen hätte. Mein Herz schlug in voller Erwartung auf das, was da kommen sollte.

Gleichzeitig hatte ich ein Gefühl der Entlastung. Mir, dem Gefangenen der Liebe, gingen die Tage aus. Gemäß meiner Natur war ich mehr um die nette Frau besorgt, als um mich selbst. Ich erkannte, dass sie eine Belastung trägt, die tonnenschwer sein musste. Sie platzierte leicht einen Aderlass um mein Vorderbein, während eine Träne ihre Wange hinunterkullerte. Ich leckte ihre Hand in der gleichen Art und Weise, wie ich es bereits Jahre vorher tat, um dich zu trösten. Sie schob sachverständig die hypodermatische Nadel in meine Vene. Nachdem ich den Einstich und den Eintritt der kühlenden Flüssigkeit in meinen Körper verspürte, lehnte ich mich schläfrig zurück, schaute dabei in ihre freundlichen Augen und murmelte: „Wie konntest Du?“. Möglicherweise verstand sie meine Hundesprache, denn sie sagte, „Es tut mir leid!“. Sie umarmte mich hastig und erklärte, dass es ihr Job sei, mir einen besseren Platz zu verschaffen, wo ich nicht ignoriert, missbraucht oder verlassen würde. Einem Platz, an dem ich mich nicht verstecken müsse, einen Platz der Liebe und des Lichts, der so anders sei als auf Erden.

Mit meinem letzten Bissen von Energie wedelte ich mit meinem Schwanz und versuchte ihr so zu sagen, dass mein „Wie konntest Du?“, nicht gegen sie gerichtet war. Ich dacht an dich, mein geliebtes Herrchen. Ich werde immer an dich denken und auf dich warten. Möge jeder dir in deinem Leben immer diese Loyalität zeigen.

Einige Worte des Autors:

Wenn „Wie konntest Du?“ Tränen in Ihre Augen trieb, dann erging es Ihnen genauso wie mir, als ich dies schrieb. Jedermann ist es erlaubt diese Geschichte weiterzugeben, solange es einem nicht kommerziellen Zweck dient. Erklären Sie der Öffentlichkeit, dass die Entscheidung, ein Haustier in eine Familie aufzunehmen, eine wichtige für das Leben ist, dass Tiere unsere Liebe und unseren Respekt verdienen

Jim Willis.

 

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