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HAPPY END! Boxer x Labbi x Bracke Toby

29. Februar 2016

Toby

Boxer_Labbi_Bracke_Toby

Boxer-Labrador-Bracken-Mischling, unkastrierter Rüde, geimpft, gechipt und bei Tasso registriert, keine Krankheiten bzw. Beschwerden, ca. 65 cm groß, ca. 37 kg schwer, 3 Jahre alt (*04/2011).
Herkunft: Privatvermittlung

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Anmerkung Grazi: Toby lag uns ganz besonders am Herzen, da ich seit den 90’ern mit Ute, seinem ersten Frauchen, befreundet bin und seine Entwicklung daher von Welpenbeinen an mitverfolgen durfte. 

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Tobys Frauchen musste vom Haus mit großem Garten auf dem Land in eine kleine Wohnung in der Stadt umziehen und hatte sich nach langen, schmerzhaft-traurigen Überlegungen eingestanden, dass Toby ein solches Leben nicht verdient hatte. Sie suchte deswegen ein tolles neues Zuhause für ihren Jungen.

Der wunderschöne Mischlingsrüde war ein lebenslustiger Kerl, der alle Zweibeiner liebte, sich sehr über Besuch freute und alle stürmisch begrüßte. Wenn die Enkelkinder der Familie (4 und 2 Jahre sowie 10 Monate) zu Besuch kamen, musste man anfangs zwar etwas aufpassen, dass Toby sie nicht umrannte, doch nach ein paar Minuten kehrte Ruhe ein und er lief interessiert mit den Kindern mit, um zu schauen, was die Kleinen so trieben.

Die beiden vorhandenen Katzen wurden akzeptiert. Immer wieder versuchte Toby, sie zum Spielen aufzufordern und war dann gefrustet, wenn er feststellen musste, dass sie seine Spielaufforderungen nicht verstanden. Da sich die Katzen untereinander nicht so gut verstanden, hatte Toby es sich zur Aufgabe gemacht, bei Streit dazwischen zu gehen. Alle fremden Katzen auf dem Grundstück wurden verjagt. Den Jagdtrieb hatte er wohl von dem Brackeanteil in sich geerbt. Daran musste noch gearbeitet werden.

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Tobys Verhältnis zu fremden Hunden war unterschiedlich: Rüden empfand er meist als Konkurrenten, Hündinnen waren eher interessant. Aufgrund der SEHR ländlichen Wohnlage hatte er jedoch nur eine Boxerhündin als Freundin, mit der er wie verrückt spielte.

Wenn Toby seine „dollen fünf Minuten“ hatte, rannte er wie ein Bekloppter hakenschlagend durch den Garten und freute sich seines Lebens. War er GANZ aufgedreht, sprang er fröhlich bellend mit allen vier Pfoten gleichzeitig in die Luft. Im Haus war der alberne Kerl ein eher ruhiger Vertreter. Gerne legte er sich mit aufs Sofa, um sich seine Streicheleinheiten abzuholen.

Viel Spaß hatte er an der Reizangel und dabei, Gegenstände oder Leckerlis zu suchen. Nasenarbeit war sein großes Hobby. Er fand es aber auch toll, im Auto mit zu fahren und alles zu beobachten. Entweder saß er aufmerksam rausschauend im Auto oder er legte sich (bei einer längeren Fahrt) gemütlich zu einem Schläfchen hin.

Irgendwie hatte Toby sich beigebracht, Türen zu öffnen. Sobald er aber merkte, dass seine Menschen zurückkamen, legte er sich in seinen Korb und setzte einen Blick auf, der genau sagt: „Ich war das nicht“. 😉 Für ein paar Stunden konnte er aber trotzdem gut alleine bleiben, ohne die Wohnung umzudekorieren.

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Die Grundkommandos der Hundeerziehung kannte Toby und wenn er wollte, hörte er aufs Wort. Wenn er keine Lust hatte, dauerte es halt etwas länger….. manchmal fiepte er dann leise vor sich hin, so dass man sich fast als Tierquäler fühlte. Mit tollen Leckerlis war er aber gut zu bestechen.

Für Toby, den lieben Jungen und verrückten Knallkopp, wünschte sich sein Frauchen ein Zuhause mit eingezäuntem Grundstück bei lieben Menschen, die einfach Freude daran hatten, mit einem etwas verrückten, lebenslustigen und fröhlichen Hund ihr Leben zu teilen und ihm die nötige Zuwendung und Aufmerksamkeit zu geben.

Dementsprechend glücklich waren alle, als sich bereits nach wenigen Wochen eine Familie mit Kleinkind meldete, bei der alles zu passen schien. Tobys Frauchen fuhr persönlich mit ihm von Ostfriesland ins Münsterland runter, um sich vor Ort alles anzuschauen: die Umgebung passte, die Familie war supernett und Toby war mit dem kleinen Sohn total entspannt.

Anfang März 2015 wurde Toby von seiner neuen Familie abgeholt und hüpfte nach einem kleinen Spaziergang auch fröhlich ins Auto rein. Die ersten Berichte aus dem neuen Zuhause klangen toll und auch die Trainerin, die ihn besuchte, war total begeistert von Toby!

Toby Münsterland

Doch knappe 3 Monate später kam die Nachricht, mit der niemand gerechnet hatte: Toby zeigte bei seinen neuen Menschen ein derart territoriales sowie beschützendes Verhalten, dass der Bub bei Spaziergängen mit Kleinkind und Kinderwagen nicht sicher zu führen war. 🙁

Im Haus und im Umgang mit dem gerade mal 1-jährigen Sohn war Toby ein Traum, doch beim Anblick mancher Artgenossen pöbelte er so heftig herum, dass er kaum zu halten war und der Familienvater befürchtete, der Bursche könne beim Durchstarten das Kleinkind (unbeabsichtigt) umrennen und verletzen.

Kurz und gut: man fühlte sich überfordert und Toby sollte schnellstmöglich weg. Nach zähen Verhandlungen gelang es uns, einen Aufschub nach dem anderen zu bekommen, bis wir Ende August endlich eine Pflegestelle mit Option auf Endstelle fanden…witzigerweise wieder in Ostfriesland, wo Toby ursprünglich herkam!

Da sich die „Interimsbesitzer“ der jungen Frau gegenüber nicht gerade fair verhalten hatten, waren wir sehr froh, dass Tobys erstes Frauchen die Verantwortung übernahm und er nun wieder ganz offiziell in ihrem Besitz war. So war dann glücklicherweise auch wieder eine vernünftige Kommunikation mit Interessenten möglich!

In der PS stellte sich heraus, dass wir mit unserer Vermutung richtig lagen: die Leinenpöbelei und angebliche Aggression Tobys lag ausschließlich am anderen Ende der Leine. Wer gute Führungsqualitäten hat und natürliche Souveränität ausstrahlt, hat mit Toby nämlich überhaupt keine Probleme: er war zwar – aufgrund weniger Hundekontakte – beim Anblick fremder Artgenossen teilweise aufgeregt, zeigte sich aber selbst am Hundestrand nicht ein einziges Mal aggressiv. Wenn man kleinere Unterordnungübungen wie Sitz, Platz oder auch Pfötchengeben verlangte, richtete er seine Aufmerksamkeit gleich wieder auf den Menschen und freute sich, ihm gefallen zu dürfen.

Auch bei Wildsichtungen hatte sich diese Methode bewährt und Stine (ein kleines zartes Persönchen) konnte bereits nach wenigen Tagen auf das überflüssige Halti verzichten.

Selbst die Nachbarskatzen reizten Toby nicht übermäßig und mit der „Hauskatze“ kam er schon nach wenigen Tagen super klar: er ließ sich alles von ihr gefallen (dass sie ihm z.B. sein Futter wegmampfte, während er daneben saß) und war völlig relaxt. Da die Freigängerin jedoch grantelte und ihm auch schon mal eine Ohrfeige verpasst hatte, war er ihr gegenüber leider zu aufgeregt und verbellte sie, ohne dabei jedoch aggressiv zu werden. Somit kam ausgerechnet die souveränere der beiden Katzen überhaupt nicht mit Toby klar und mochte kaum noch nach Hause kommen. So schwer es dem Pflegefrauchen auch fiel, aber unter diesen Umständen konnte Toby leider nicht bei ihr bleiben.

Wir rechnen es Stine daher SEHR hoch an und danken ihr aus ganzem Herzen, dass der Bub trotzdem so lange bleiben durfte, bis sich ein wirklich gutes und endgültiges Zuhause fand…. denn Toby sollte keinesfalls zum Wanderpokal werden!

Toby Ostfriesland

Mitte Oktober meldete sich dann ein sehr nettes und hunde-erfahrenen Ehepaar ohne Kinder und ohne weitere Tiere, aber mit eigenem Haus und sicher umfriedeten Garten (2 m hohe Mauer) mit direktem Zugang zum Wald dahinter, der zu langen und schönen Spaziergängen einlud.

Bei einem ersten Kennenlernen waren sich alle gleich sympathisch und auch der Vorbesuch verlief so positiv, dass Andy und Yvonne gleich eine Zusage bekamen. Ende Oktober wurde Toby abgeholt….. und im neuen Zuhause lief alles von Anfang an ganz wunderbar: Toby ist glücklich, hat jede Menge Spaß und reagiert auch bei seinen neuen Menschen bei Hundebegegnungen schön relaxt. Den meisten Artgenossen gegenüber ist er sehr freundlich und eher verspielt.

Laufen ohne Leine macht er auch sehr gerne und hört, wenn er zurückgerufen wird, wirklich ganz prima.

Ebenso ist er im Umgang mit den Neffen der beiden (5 und 2 Jahre ) sehr liebevoll und vorsichtig.

Yvonne Toby

Was Tobys Beschützerinstinkt angeht, sind Andy und Yvonne vollstens zufrieden: der Bub kann gute und böse Menschen sehr gut unterscheiden! Als der Schornsteinfeger schellte, war er sehr aufgeweckt und neugierig, was der fremde Mann denn da so macht, blieb aber immer freundlich. Als es einige Stunden später erneut schellte und eine Frau für einen Zirkus sammeln wollte, war das für Toby noch kein Problem und er reagierte freundlich. Als sein Frauchen aber anmerkte, dass überhaupt kein Zirkus in der Nähe sei und die Dame daraufhin eine Diskussion anfangen wollte, schlug die Freundlichkeit dann gleich in ein tiefes Brummen um…. und die Frau zog es vor, nun doch besser zu gehen! 😀

FAZIT: Ende gut, alles gut!

Tobys Familie



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