Der Mastino Napoletano
25. August 2008
Mastino Napoletano
Neapolitanischer Mastiff, Italienische Dogge
Vorgeschriebene Größe, das Gewicht, den erwünschten Charakter und vieles mehr über den Mastino Napoletano findet man in Büchern, im Internet, bei VDH, FCI, CfM…
Nur nicht, was es wirklich bedeutet, wenn man von sich sagen kann: “Ich lebe mit einem Mastino Napoletano.”
Für uns bedeutet(e) es, dass wir zu den glücklichsten Menschen der Welt wurden bzw. noch sind.
Gut – man ändert sein Umfeld (Tapeten werden abwaschbar gestrichen, Oberflächen hat man lieber leicht wischbar und Sofas gern aus Leder…), seine Kleidung (fleckunempfindliche Textilien werden bevorzugt…), seine Freunde und Bekannten (penible Menschen tendieren dazu, Haushalte mit Mastini zu meiden…).
Man geht nicht mehr so oft aus – es ist nicht einfach, in “guter” Kleidung am Mastino vorbei aus dem Haus zu kommen und unten im Auto immer noch so ordentlich und sauber auszusehen wie beim Ankleiden. Irgendwann wird es lästig – und man bleibt eben zu Hause beim Hund!
Man ändert sein Schönheitsideal (der Mastino Napoletano zählt nicht für alle Hundefreunde zum Schönsten, was die Zucht hervorbringen kann…). Aber man gewinnt so unendlich viel! 50 – 80 Kilo nonstop-Zuwendung, feucht-anhängliche Nasenstupser, schnarchende Nachtbegleitung und die uneingeschränkte Liebe eines riesengroßen Hundeherzens – das wiegt doch wohl alles andere auf.
Faltig darf und soll er sein, dieser Koloss mit dem Gang eines müden Athleten, mit tief getragenem Kopf und einem hinteren Rücken, der im Vergleich dazu zu hoch erscheint. Wer jedoch erlebt hat, wie schlagartig sich diese desinteressierte Ruhe in kanonenkugelartige Vorwärtsbewegung und schier unglaubliche Hochsprungleistungen verwandeln kann, begegnet ihm danach mit wesentlich mehr Respekt. Es ist in der Tat nicht leicht, diese Hunde aus der Ruhe zu bringen. Nur – wehe wenn…..
Faltig darf und soll er sein, der Mastino. Aber es gibt Grenzen.
Die lose Haut, besonders an Kopf und Hals, ist schon erwünscht und eines seiner hervorstechendsten Kennzeichen. Übermäßig befaltete Hunde, denen beim Fressen die Kopfhaut über die Augen fällt, und deren Beine aussehen, als steckten sie in heruntergerutschten Strümpfen, sind nicht nur nach unserer persönlichen Meinung Qualzuchten. Immer häufiger müssen derart verzüchtete Exemplare chirurgischen Eingriffen unterzogen werden, damit sie überhaupt noch sehen können.