VERMITTELT! Rottweiler, Rüde, *2001
28. Februar 2010Update 28.Februar 2010: Tyson hat ein ganz tolles Zuhause gefunden, incl. dreibeinigem Kater als Kumpel. Außerdem hat er den Wesentest mit Bravour bestanden und ist jetzt ein ganz “normaler” Hund. Wir freuen uns!
Tyson
“Der Treue”

13. Oktober 2009: Rottweiler, Rüde, geboren 2001, geimpft und gechipt.
Fundhund, im Tierheim seit dem 24. April 2007.

Mit seinem typisch “bösen“ Rottweiler-Blick bringt Tyson so manchen Passanten dazu, die Straßenseite zu wechseln. Auch uns hat er vor 2 Jahren, als er ins Tierheim kam, erst mal damit auf Abstand gehalten.
Doch sein gefährliches Äußeres täuscht.
Hat man das Vertrauen des anfangs skeptischen, leidenschaftslosen Rüden erst mal gewonnen, zeigt der sonst so Ehrfurcht gebietende Tyson sich nur noch von seiner besten Seite.
Und die ist alles andere als gefährlich!
Der wohlerzogene Kuschelbär begleitet seinen Herren treu auch bis ans Ende der Welt. Dass er kraftvoll und souverän durch die Welt schreitet, sehen auch seine Artgenossen. Sogleich wird er von allen als ranghoch akzeptiert und keiner wagt es, sich mit ihm anzulegen.
So verträgt sich der friedvolle Rüde gut mit anderen Hunden und auch mit Katzen.
Einzig und allein Kinder schaffen es, den betagten Herrn aus der Ruhe zu bringen. Mit ihrer schnellen, lauten Art sind sie ihm einfach zu anstrengend. Die neuen Besitzer sollten sich also von Kindergärten und Kinderspielplätzen fern halten.
Besonderheit: Ein Wesenstest, der für seine Rasse nötig ist, ist für Tyson mit dem richtigen Halter an seiner Seite ein „Kinderspiel“ Wer einen treuen Freund sucht, hat ihn in Tyson schnell gefunden.
Man sieht ihm sein Alter absolut nicht an – er ist schlank und macht einen sehr guten Eindruck. Tyson sieht schon etwas schlecht, ist aber ansonsten fit.
Für ihn wird ein vorzugsweise ländlicher Endplatz gesucht. Die neuen Halter sollten auch im Umgang mit etwas schwierigeren Hunden erfahrenen sein. Im neuen Zuhause sollte er möglichst keinen Kontakt zu Kindern haben, da er auf diese aggressiv reagiert (es ist nicht auszuschließen, dass er in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen mit Kindern gemacht hat).
Seinem zukünftigen Herrchen würde er sich sehr eng anschließen und wäre ihm treu ergeben.
Tyson könnte zu einer souveränen Hündin vermittelt werden, eine ruhige Katze (vorzugsweise Freigänger) wäre auch kein Problem.

Salvatore – gequält, verhungert, ausgesetzt
27. Februar 2010Salvatore ist tot.
Die Molosser-Vermittlungshilfe trauert mit den Mitarbeitern des Tierheims Verlorenwasser um Salvatore. Als heute der Anruf des Tierheims kam, dass der Kleine es nicht geschafft hat, hat das auch uns völlig aus der Bahn geworfen.
Diese Grausamkeit ist so unfassbar und leider doch so häufig.
Eine Bitte an alle, die am Schicksal von Salvatore Anteil genommen haben:
Das Tierheim hat für Salvatore sehr hohe Kosten gehabt, die noch lange nicht abbezahlt sind. Wer noch einen kleinen Beitrag zu den Tierarztkosten beisteuern möchte, findet die Kontonummer des Tierheims auf der HP-Startseite ganz unten. Man kann auch ganz unproblematisch per PayPal spenden und sofort eine Spendenquittung ausdrucken.
Es werden wieder solche Fälle im Tierheim ankommen, die ebenfalls Hilfe benötigen – tut es im Gedenken an Salvatore.
Danke.
Hier der Text des Tierheims:
In größter Trauer und Verzweiflung geben wir bekannt: Salvatore ist tot.
Am 30. Dezember haben wir Salvatore als Fundtier bei einem Bauernhof abgeholt. Er war dort nachts am Waldrand entlanggelaufen. Der Hund des Bauern schlug deshalb in der Nacht an. Und weil das Grundstück etwas einsam liegt, sah der Bauer nach und entdeckte den Fundhund. Er rief uns an und wir holten den Hund ab. Wir nannten ihn Salvatore.
Als wir am Bauernhof anhielten, parkten wir das Tierheimauto etwa 15 m vom Hoftor entfernt. Salvatore war so schwach, dass er den Weg bis zum Auto nicht aus eigenen Kräften schaffte.
Unser Tierheimmitarbeiter trug ihn zum Auto. Während der Fahrt jammerte Salvatore herzzerreißend.
Im Tierheim angekommen konnten wir erst einmal keine äußeren Verletzungen feststellen. Aber der arme Kerl bestand wirklich nur aus Haut und Knochen. Er konnte nicht laufen, kaum stehen, aber auch das Hinlegen war ihm nicht möglich.
Wir gaben ihm vorsichtig Futter. Er war natürlich völlig ausgehungert und sehr durstig.
Es war wunderschön für uns mitzuerleben, wie er im geheizten Zimmer und auf weichen Decken zur Ruhe kam.
Aber er konnte das Futter nur schwer verarbeiten, hatte ständig Durchfall. Wir sagten uns, der Stoffwechsel kann ja auch noch nicht funktionieren, so elend wie er dran ist. In ganz kleinen Schritten nahm er im Verlaufe der ersten Tage etwas zu, ging mit auf Gassitour, der Durchfall wurde geringfügig besser.
Natürlich hatten wir sofort Blutbilder fertigen lassen und unsere Tierärztin untersuchte gründlich. Alles ohne gravierenden Befund.
Wir setzten also darauf, dass sich im Laufe der Zeit alles richten würde.
Doch es ging nicht richtig vorwärts, den Durchfall bekamen wir nicht wirklich in den Griff. Salvatore nahm nicht so zu, wie wir uns das wünschten. Auch ganz teures Spezialfutter, das eine liebe Tierfreundin schickte, blieb nicht drin, obwohl es Salvatore gut schmeckte.
Unsere Tierärztin wusste keinen Rat mehr. Wir brachten Salvatore deshalb am Sonntag in eine Tierklinik. Dort führte man ihm per Tropf alles Gute zu um ihn aufzubauen. Auch wurde er wieder gründlichst gecheckt – doch wieder ergaben Blutbild, Ultraschall, Röntgen usw. keinen klaren Befund.
Die Ärzte schlugen uns vor, ihn zu öffnen, damit man wüsste, woran man sei und dann entsprechend vorgehen könne. Wir waren sofort einverstanden, hatten wir doch Hoffnung, dass er dann entsprechend behandelt, evtl. operiert werden kann. Die Kosten waren uns schon lange egal – wir wollten ihm nur noch helfen.
Und dann kam am Mittwoch bei der OP die böse Überraschung: Salvatores Magen und Gedärm war ein einziges verklumptes und entzündetes Knäuel.
Der Arzt sagte, er hätte es sich in seinen schlimmsten Phantasien vorher nicht ausmalen können, dass er auf so etwas treffen würde und er hätte so etwas auch noch nie zuvor gesehen. Es gäbe keinerlei Möglichkeit, da zu operieren. Salvatore hätte keine Überlebenschance. Er meinte: wenn es sein eigener Hund wäre, er würde ihn aus der Narkose nicht zurückholen sondern friedlich schlafen lassen.
Wir waren zu keinem klaren Gedanken fähig – aber letztlich gab es keine Möglichkeit – wir mussten Salvatore gehen lassen.
Das Allerschlimmste aber ist die Ursache, die der Arzt vermutet: Gewalteinwirkung von außen. Er nimmt an, dass jemand kräftig zugetreten hat.
Das macht die Sache noch soviel schlimmer und wir bekommen die Gedanken nicht aus dem Kopf, wie Salvatore gelitten haben muss. Und das sicher über viele Monate. Ob er ausgesetzt wurde oder aus seinem Martyrium weglaufen konnte? Und ob vielleicht noch mehr Tiere dort gequält werden, wo Salvatore herstammt?
Nicht nur, dass wir soviel Kraft und Geld daran gegeben haben, ihn zu retten – Salvatore war so ein besonders lieber Hund. Es mag Unsinn sein, aber wir hatten das Gefühl, seine großen Augen sahen uns immer besonders traurig an.
Wir haben alles Menschenmögliche getan und sind doch wieder einmal an unsere Grenzen gestoßen.
Es ist wirklich zum Verzweifeln.
Die Molosser-Vermittlungshilfe trauert mit den Mitarbeitern des Tierheims Verlorenwasser um Salvatore.



