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Der Fila Brasileiro

27. August 2008

DIEGO’S GESCHICHTE

wird von seinem Frauchen erzählt – besonders ihren letzten Satz möchten wir jedem potentiellen Hundehalter ans Herz legen. Über weitere Erfahrungsberichte mit Hunden dieser Rasse würden wir uns freuen.

Die Geschichte von Fila Brasileiro DIEGO

Diego ist bei einem Züchter geboren und zur Abgabezeit verkauft worden. Der gute Junge kam zu einer sehr netten Familie in ein liebevolles Zuhause. Seine Menschen waren immer für ihn da, was er auch sehr genoss . Da der Fila-Brasileiro nicht nur ein Molosser ist, sondern auch ein Herdenschutzhund, und es wohl an der Erziehung haperte, gab es mit zunehmendem Alter bei Diego einige Probleme. Er liebte sein Frauchen und sein Herrchen, und folglich verteidigte er auch das Eigentum. Der große Junge hatte einige Eigenarten an sich (Kühlschrank öffnen, Herdklappe öffnen) und so bediente er sich häufig selber in der Küche. Dann gab es einige Auseinandersetzungen mit den Kindern der Familie.

Schliesslich wurde Diego dann abgegeben, und das Unheil nahm seinen Lauf. In der neuen Familie biss er eine Frau ins Gesicht und verletzte sie schwer. Er kam zum Tierschutzverein Neustrehlitz und rastete natürlich erst mal komplett aus. Was kein Wunder war – schliesslich war er ein Hund der im Haus lebte, und nun schob man ihn in einen Zwinger ab !

Diego sollte getötet werden um nicht als “unvermittelbar” zu enden.

Eine gute Doggenfreundin rief mich an und fragte ob ich helfen könnte. Bis dahin hatte ich keine Erfahrung mit einem Fila Brasileiro, ich hatte nur schon eine Nastino-Napolitano-Hündin hier bei mir.

Also rief ich das Veterinäramt Neustrehlitz an und fragte nach, dann fuhr ich ins Tierheim. Der erste Eindruck war nicht gerade gut. Diego fletschte die Zähne und zeigte nur Abwehr, und ich war mir nicht sicher, ob es gut gehen würde. Alle Aussagen über diesen Hund spachen dagegen, aber die Amtstierärztin wollte ihm eine Chance geben und ich auch. Das für mich zuständige Veterinäramt war einverstanden, dass ich Diego aufnehme und wollte ihn dann später kontrollieren.

Jetzt musste ich erst mal Diego’s Vertrauen gewinnen. Also setzte ich mich vor seinem Zwinger und erzählte mit ihm ohne ihn anzuschauen. Wenn ich ging gab ich ihn ein Stückchen Pansen. Dann fragte ich eine Doggenfreundin, ob sie in ihrer Mittagspause Diego besuchen würde und nur mit ihm spricht, damit er wieder Vertrauen zu den Menschen bekommt. Renate machte mit und half damit, weil ich jeden Tag sonst zwei Stunden hinfahren und zwei Stunden zurück fahren musste. Dann kam der Tag wo Diego traurig wurde wenn ich ging. Nun war es so weit, ich wollte Diego aus dem Zwinger holen. Das Veterinäramt war einverstanden, aber nur mit Vorsichtsmaßnahmen. Kalle (der Tierheimleiter) gab mir eine lange Leine, die ich Diego anmachen sollte, damit er ihn bei Gefahr zurückreißen konnte.

Jetzt wurde es erst. Aber Diego gehorchte mir auf Wort und setzte sich vor, ich öffnete das Fenster vom Raum zum Zwinger und legte ihm ein Halsband und zwei Leinen an. Ich öffnete die Zwingertür und sagte:SITZ. Er machte alles und dann bekam er etwas dafür. Auf dem Tierheimplatz übten wir mit ihm, alles ohne Probleme. Diego hatte das Vertrauen zu den Menschen wiedergefunden.

Ich musste mit ihm dann noch in die Stadt, um einen Test abzulegen, dann durfte er mit. Alles war geschafft und Diego zog in Wehrland ein.

Nun brachte ich Diego vorerst in einen beheizbaren Raum mit Auslauf. Er musste sich jetzt an die anderen Mitglieder der Familie gewöhnen, es war nicht so leicht da unser Opa mit zwei Krücken ging. Ich sagte nur: “Nicht anfassen, nicht anschauen, wenn ihr von Diego etwas möchtet immer mit einem Leckerli.” Opa hatte immer ein Leberwurstbrot für Diego, und er freute sich wenn Opa kam. Wir durften ihn auch nicht am Halsband ziehen oder ihm etwas aufzwingen was er nicht wollte, alles ging über Futter. Am Halsband ziehen war für ihn ein rotes Tuch – schliesslich wurde er mit zwei Schlingen abgeholt und war deshalb sehr empfindlich.

Aber alles ging gut und er gehorchte aufs Wort. Nun bekam ich einen Notruf vom Veterinäramt Neustrehlitz, Beissvorfall zweier Deutscher Doggen. Ich fuhr mit Diego vor Ort und das Amt konnte sehen wie gut er in der Öffendlichkeit ist. Die beiden Doggen übernahm ich dann auch noch, weil das Veterinäramt Angst hatte, der Nachtbar würde die Hunde vergiften (es war übrigens Hermann und Lady).

Damit hatte Diego seine Tests beim Amt auch bestanden. Er kam auch immer mit zu Ausstellungen meiner Doggen. Bei uns find Diego ganz neu an und lernte, allein zu bleiben ohne die Türen auseinander zu nehmen, keinen Kühlschrank zu öffnen und auch keinen Herd.

Dann war Diego soweit zur Vermittlung mit Auflagen. Err fand eine nette Familie – leider wussten wir nicht, dass dort türkische Verwandte ein – und ausgingen, die Hunde nicht leiden konnten. Der vorhandene Hund und Diego spürten das – die Verwandten bezeichneten die beiden als “Bestien, denen die Aggressivität schon aus den Augen schaut”. Kurz darauf bekam ich einen Anruf und sollte meinen Hund wieder holen. Also fuhr ich Richtung Hamburg. Als ich meinen Diego dort sah, war ich schockiert, sein Schwanz war viel kürzer und bis oben hin offenes Fleisch. Auf meine Fragen bekam ich keine richtige Antwort, weder ob er etwas angestellt hatte oder sonst was. Auch einen Tierarzt hatte er mit seinen schweren Verletzungen nicht gesehen.

Plötzlich wurden die Hunde sehr laut und liefen zur Tür. Von außen schrie ein türkischer Verwandter. Mich selber beleidigte er auf Türkisch, und die Hundebesitzerin schrie auf Türkisch zurück. Diese Aussprache möchte ich lieber nicht wiedergeben…

Ich nahm meinen Hund und ging. Zuhause habe ich ihn in der Tierklinik Quandt und Bracke vorgestellt und seinen Schwanz behandeln lassen, was ohne Probleme ging.

“Wieder Zuhause angekommen!”

Alle waren froh ihn wieder zu haben, er hat uns in der Zeit nicht vergessen und wusste noch, wo Opa immer ein Leckerli für ihn aufbewahrt hat.
Nun gehört Diego zur Familie und ist mir sehr behilflich beim Erziehen von anderen Hunden, weil er ausgeglichen und wesensfest ist. Er würde sein Leben für mich geben und dafür lieben wir ihn.
In der Tierklinik Greifswald ist er bestens bekannt als ein wunderbarer Fila Brasileiro, dort spendet er Blut für andere Nothunde. Er lässt alles mit sich machen, ohne Maulkorb oder Spritze.

Es zeigt sich immer wieder, dass es an den Menschen liegt und nicht am Hund. Jeder, der sich einen Hund zulegen möchte, sollte sich informieren über die Rasse und wie man sie erzieht.

Viele Grüsse von

GRAND DIEGO DEL CABALLERO DE LA MONTANA

Keine von uns hat je mit einem Fila Brasileiro zusammengelebt. Außer den allgemein zugänglichen Informationen über diese Rasse, die jeder selber nachlesen kann, könnten wir daher nichts beitragen.

Sollte jemand mit eigenen Erfahrungen, netten Vorkommnissen oder Interessantem zur Beschreibung des Fila Brasileiro beitragen wollen, bitten wir um Mailkontakt. Diese Berichte veröffentlichen wir gern, auf Wunsch mit oder ohne Namensnennung.

Falls Interesse an einem Fila Brasieiro aus einer Notvermittlung besteht, vermitteln wir gern Kontakt zu einer entsprechenden Organisation.

 

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Der Bullmastiff

27. August 2008

Bullmastiff – der “Wilderer-umwerf-und-draufsitz-Hund”

So hat ihn eine liebe Bekannte perfekt beschrieben.

Der Bullmastiff hat wahrscheinlich den interessantesten Ursprung aller Molosserrassen.

In Englands dunklerer Vergangenheit gehörte alles Wild, das sich auf seinem Grundbesitz befand, ausschließlich dem Landlord. Sollte etwa jemand auf die Idee kommen, seine Familie vor dem Verhungern zu bewahren, indem er z.B. einen Hirsch oder auch nur einen Hasen seines Grundherren zum eigenen Verzehr tötete, war dies ein schweres Verbrechen und wurde entsprechend bestraft.

Aufgabe der Wildhüter war daher u.a., solche Wilderer zu finden, zu stellen und ihrer “gerechten” Strafe zuzuführen – meist eine öffentliche, entsprechend abschreckende Hinrichtung. Dabei wurden sie (auch zum eigenen Schutz) zuerst von den großen Hetz- und Jagdhunden unterstützt. Diese neigten jedoch im Übereifer dazu, vom Wilddieb nicht allzuviel übrig zu lassen – eine Exekution vor dem gesamten Dorf war damit unmöglich.

Beim “Erfinden” neuer Rassen für blutige Zwecke war man in England immer schon gut. Man denke nur an den Bulldog (Bullenbeißer), der gegen Bullen, Bären, und Dachse kämpfen musste, an den Vorläufer des heutigen Jack Russell Terrier, der in Rekordzeit im Pit möglichst viele Ratten abwürgen sollte, oder an die heute noch verwendeten Foxhounds, die den Fuchs nach stundenlanger Hetze in Stücke reißen.

Um nun Wilddiebe unversehrt fangen zu können, bastelte man sich einen führigeren Hund, indem man Mastiffs mit Bulldoggen kreuzte und zur Verbesserung des Spürsinns noch Bloodhounds dazunahm.

Dieser Bullmastiff wirkte schon auf Entfernung furchteinflößend, war aber weniger aggressiv als die zuvor verwendeten Hunde. Er konnte Wilderer nicht nur auf deren Spur verfolgen, sondern auch stellen und festhalten, bis der Wildhüter sie dann unversehrt festnahm.

Der moderne Bullmastiff hat immer noch das Aussehen und die ausgezeichnete Nase seiner Vorgänger, ist aber hauptsächlich als Familien- oder Wachhund im Einsatz. Vom Bloodhound sieht man bei ihm nicht mehr viel.

Rassestandard, erwünschten Charakter und alles Weitere findet man in den entsprechenden Veröffentlichungen, in Büchern und im Internet.

Sollte jemand mit eigenen Erfahrungen, netten Vorkommnissen oder Interessantem zur Beschreibung dieser Hunderasse beitragen wollen, bitten wir um Mailkontakt. Diese Berichte veröffentlichen wir gern, auf Wunsch mit oder ohne Namensnennung.

 

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